Was die Prominenz am Schwingfest wirklich beschäftigte

Am Wochenende traf sich die Polit-Zürich am Kilchberger Schwinget. Dabei gaben die Promis Seiten von sich zu erkennen, von denen man bisher nichts wusste.

Muss der denn nie aufs WC? Ueli Maurer im Kilchberger Publikum. Foto: Keystone

Muss der denn nie aufs WC? Ueli Maurer im Kilchberger Publikum. Foto: Keystone

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Die Fussball-EM und die Eishockey-WM haben schon in Zürich stattgefunden. Und immer wurden die Kantonsrätinnen und Kantonsräte bevorzugt behandelt. Anders beim Kilchberger Schwinget: Von den 12'000 Tickets ging am Wochenende kein einziges direkt an einen Parlamentarier. Doch wer glaubt, die Tribünen seien politikerfrei gewesen, liegt falsch. Zwischen den Schwingfans aus dem Berner Oberland und dem Toggenburg wurden viele Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte gesichtet, unter anderen auch die Grüne Edith Häusler aus Kilchberg. Sie hatte vom Einheimischen-Bonus profitiert. Ihr stand ein Ticket zu, doch über ihr Beziehungsnetz im Dorf hatte sie sich noch «einige zusätzliche Billette» gesichert. Wie viele, wollte sie nicht sagen, doch weggegangen sind sie wie warme Weggli. Häusler hat ihre Karten zuerst unter Berner und Zuger Bauern verteilt – aber auch unter Kantonsräten. Namen will sie nicht nennen. Doch berücksichtigt hat sie – mit einer Ausnahme – nur SVPler.


Die Ausnahme war Esther Guyer , wie die grüne Fraktionschefin bekannt gab. In Hinwil aufgewachsen, fühlte sie sich vom konservativen Umfeld in Kilchberg überhaupt nicht gestört. «Es war schön familiär» sagte sie und meinte auch den Schwatz mit dem ehemaligen Schulkollegen Ueli Maurer , der laut Zeugen so ausdauernd auf seinem Platz sitzen blieb, dass sich manch einer fragte, ob Bundesräte nie müssen.


Esther Guyer sass, wie immer an Schwingfesten, neben SVP-Fraktionschef Jürg Trachsel . Und wie fast immer hatten die beiden Meinungsverschiedenheiten – allerdings erst nach dem gemeinsamen Singen der Landeshymne. Mit Guyers Favoriten, dem Berner Willy Graber , konnte Trachsel nichts anfangen. Umgekehrt war Trachsels Lieblingsschwinger, Benji von Ah , für Guyer ein bärtiger Waldschrat aus der Innerschweiz. Keinen Favoriten nannte FDP-Fraktionschef Thomas Vogel: Ihm war einfach «wohl unter den vielen starken Männern». Seine Eintrittskarte hatte Vogel über die Familie seiner Kilchberger Frau bekommen. Nicht auf Vitamin B angewiesen war der CVP-Fraktionschef Philipp Kutter . Als Wädenswiler Stadtpräsident gehörte er zusammen mit Ehefrau Anja Müller zu den geladenen Gästen. Nicht bekannt ist die Herkunft des Tickets von Rochus Burtscher (SVP, Dietikon). Burtscher war am Schwingfest gleichwohl aufgefallen – mit der Begrüssung von Kollega Kutter: «Bist du mit deiner Tochter gekommen?» Jürg Trachsels Kommentar dazu: «Für sie ist das ein Kompliment, für ihn weniger.»


An Krücken ging gestern der Grüne Bauer Robert Brunner . «Habe einen Platten», sagte er griesgrämig. Brunner ist mit seinem Fuss in der Mosterei unter einen Gabelstapler geraten. Die Fussverletzung ist im übrigen nicht der Grund, weshalb Brunner nicht am Kilchberger Schwinget war: «Mein Sport ist das Brennholz-Spalten, und der wird nicht im TV übertragen.»


Zufrieden war der Chef der Parlamentsdienste, Moritz von Wyss . In der langen Nacht der Museen haben 2430 Personen das Rathaus besucht. Nur einmal sind es bisher mehr gewesen. Lichtkünstler Serge Schmuki hatte das Rathaus farbig ausgeleuchtet. Laut von Wyss sah es aus wie in einem Adventskalender. Doch die Assoziationen waren durchaus verschieden. SVP-Kantonsrat Lorenz Habicher zum Beispiel fühlte sich «wie im Puff».

Erstellt: 09.09.2014, 07:26 Uhr

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