Hintergrund

Weiterer Wirbel im Fall Mörgeli

Die SVP fordert, dass die Aufsichtskommission des Kantonsrats Strafanzeige gegen die Universitätsleitung einreicht. Derweil wehrt sich ein emeritierter Professor heftig für seine entlassene Tochter.

Christoph Mörgeli: Er wurde als Leiter des Medizinhistorischen Museums «systematisch weggemobbt».

Christoph Mörgeli: Er wurde als Leiter des Medizinhistorischen Museums «systematisch weggemobbt». Bild: Gaëtan Bally/Keystone

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Nachdem die Universität Zürich der stellvertretenden Direktorin des Medizinhistorischen Instituts gekündigt hat (TA von gestern), verlangt die SVP des Kantons Zürich nun weitere «rechtliche und personelle Konsequenzen», wie sie in einer Mitteilung schreibt. Die entlassene Iris Ritzmann habe gegenüber dem TA geäussert, nur Informationen korrigiert zu haben, die der TA-Journalist bereits aus dem Umfeld der Universitätsleitung erhalten habe. Die SVP fordert, dass die für die Oberaufsicht über die Universität zuständige Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit Strafanzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung gegen «betroffene Personen der Universitätsleitung» einreicht. Konkret zur Verantwortung gezogen werden müssten der Unirat, der Rektor, der Generalsekretär sowie Stabsstellen der Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP), die sich mit der Uni beschäftigten.

Zu Wort meldete sich gestern auch die Medienagentur Jaeggi GmbH, die Christoph Mörgeli bereits bei seiner Bewerbung als Unirektor unterstützt hat: Es sei nun definitiv, dass Mörgeli als Leiter des Medizinhistorischen Museums «systematisch weggemobbt» worden sei. Der seinerzeit gegen ihn ins Feld geführte Kündigungsgrund der «Loyalitätspflichtverletzung» sei «hinfällig». Unter dem Titel «J’accuse» (Ich klage an) wandte sich gestern auch Franz Ritzmann, emeritierter Wirtschaftsprofessor und Vater der entlassenen Iris Ritzmann, an die Medien. Er wirft unter anderem Rektor Andreas Fischer eine «unter parteipolitischem Druck geführte Personalpolitik» sowie «mehrfachen Amtsmissbrauch» vor. Den zuständigen Staatsanwalt Andrej Gnehm (SVP) kritisiert Ritzmann wegen parteipolitischer Befangenheit, SVP-Nationalrat Mörgeli wegen «grob fahrlässiger Sachbeschädigung kantonalen Eigentums». (sir)

Erstellt: 31.10.2013, 07:59 Uhr

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