Weniger Lohn – dafür mehr Ferien

Die Zürcher Mittelschulen müssen den Gürtel enger schnallen. Um dieses Ziel zu erreichen, steigen die Gymilehrer mit einem konkreten Vorschlag in die Sparrunden.

Sparvorschlag: Das Lehrerpersonal der Zürcher Gymnasien hat einen Beschluss gefasst.  (5. März 2015)

Sparvorschlag: Das Lehrerpersonal der Zürcher Gymnasien hat einen Beschluss gefasst. (5. März 2015) Bild: Peter Schneider/Keystone

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Auch im Kanton Zürich müssen bei der Bildung die Kosten gesenkt werden. Wenn dabei schon gespart werden müsse, dann soll dies so geschehen, dass sich der Schaden in Grenzen halte, erklärt Rolf Bosshard, der Präsident des Mittelschullehrerpersonenverbands Zürich (MVZ) in der «NZZ am Sonntag». Der MVZ hat einen Beschluss gefasst, mit dem die Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) bei den kommenden Sparverhandlungen konfrontiert wird: Die Lehrerschaft der Gymnasien verzichtet auf Lohn, will aber dafür eine Woche mehr Ferien.

Mit diesem Vorschlag sollen die Ausgaben um mehrere Millionen gesenkt werden. Insgesamt müssen die Mittelschulen gemäss Vorgaben des Regierungsrates in den nächsten Jahren jährlich 18 Millionen Franken sparen. «Weitere 20 Millionen soll die Volksschule und nochmals 11 Millionen die Berufsbildung beitragen», bemerkt das Sonntagsblatt. Bosshard steht hinter dieser Idee. Er glaubt, dass so das Sparen möglichst ohne grossen Schaden geschehen würde.

Ein Gegenwert für die Lehrerschaft

Mit dem Vorschlag des MVZ hätte das Lehrerpersonal einen Gegenwert. Es käme weder zu Personalabbau noch zu Entlassungen. Der Verlust an Unterrichtszeit wäre ebenfalls nicht gross und würde gleichmässig verteilt. Die Allgemeinbildung der Gymischüler würde ebenfalls nicht darunter leiden, führt Bosshard in der «NZZ am Sonntag» aus.

Offenbar kommt dieser Vorschlag des MVZ in Bildungskreisen gut an. Zusatzferien auf Gymistufe wären machbar, meint Jürg Brühlmann, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle des Lehrerverbands Schweiz. Lilo Lätzsch vom Zürcher Lehrerverband kann sich die Zusatzferienwoche an der Volksschule nicht vorstellen. «Am ehesten noch wäre diese Massnahme bei den Besten möglich, da von ihnen Eigeninitiative erwartet werden darf», sagt sie. Gemäss der «NZZ am Sonntag» sollen die kantonalen Behörden durchaus offen sein für Lösungsvorschläge seitens der Lehrerschaft.

Tiefere Quote beim Langgymnasium

Die Bildungskommission des Kantonsrates fordert zudem, den Anteil der Schülerschaft an den Langgymnasien zu vermindern. 60 Prozent der Maturanden würden den Weg übers Langgymnasium wählen, nur noch 40 Prozent würden zuerst die Sekundarschule abschliessen und darauf das Kurzgymi besuchen. Die Kommission wünsche sich ein Verhältnis von 50 zu 50, bemerkt die Zeitung.

Für SP-Fraktionschef Markus Späth, selbst Gymnasiallehrer, wäre das «ein konstruktiver Beitrag zur Spardebatte». Das Budget könnte damit entlastet, die Sekundarschule aufgewertet werden. Erreicht werden könnte das durch eine tiefere Aufnahmequote ins Langgymnasium. «Damit könnte der Kanton sicher mehrere Millionen im Jahr sparen, ohne dass die Bildungsqualität oder die Maturitätsquote deswegen gesenkt werden müsste», ergänzt Späth.

(fal)

Erstellt: 17.01.2016, 11:02 Uhr

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