CS bringt das Frühstück ans Bett

Liegenschaftenverwalter bieten inzwischen mehr an als schlichten Wohnraum. Mit zusätzlichen Dienstleistungen vereinfachen sie nicht nur Senioren, sondern zunehmend finanzstarken Mietern das Leben.

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Das unangefochtene Privileg des Liebsten war es bisher, seiner Angebeteten das Frühstück ans Bett zu bringen, ohne dass sie dafür einen Finger rühren musste. Diese Rolle übernimmt jetzt die Verwaltung Wincasa. Ein privilegierter Teil der Mieter kann sich den Brunch nach Hause bringen lassen. Ob die Verwaltung dem Liebsten den Rang ablaufen wird, muss sich aber erst noch weisen. Der Brunch-Service ist nämlich ein Pilotprojekt. In Zürich, aber auch in Niederglatt, Riedikon, Tagelswangen oder Adliswil bietet sie in ausgewählten Mietwohnungen die Dienstleistung «Living Services». Die Mieter von Liegenschaften der Credit Suisse werden aber nicht nur mit Frühstücksangeboten umworben.

Auf der Angebotsliste figurieren auch Troubleshooter, die beim Einkaufen helfen und Möbel montieren, oder Ferienaufpasser, die zweimal die Woche den Briefkasten leeren und Pflanzen giessen sowie «Meister Proper», die die Fenster reinigen oder die Wäsche machen. Wincasa unterscheidet dabei zwischen drei verschiedenen Modellen, die von Liegenschaft zu Liegenschaft variieren. Dabei sind die Kosten teilweise bereits im Nettomietzins inbegriffen.

Vom Login zum Concierge

Beim einfachsten Angebot stellt Living Services nur die Telefonnummer und ein persönliches Login zur Verfügung, welche dem Mieter ermöglichen, überhaupt von den Angeboten profitieren zu können. Bezahlt werden muss alles zusätzlich. In einem anderen Modell sind zusätzlich eine Fensterreinigung pro Jahr, der Ferienservice während fünf Wochen im Jahr und ein Schuhputzautomat im Haus im Nettomietzins inbegriffen. In der kostspieligsten Kategorie ist von Montag bis Samstag zusätzlich ein Concierge im Haus anwesend.

Maja Konrad von der Immobilienverwaltung Wincasa kann nicht beziffern, wie gross der Anteil dieser Dienstleistungen am Mietzins ist. «Das variiert je nach Liegenschaft und angebotenem Service.» Sie stelle fest, dass die Städter und Einwohner der Agglomeration dieses Angebot häufiger nutzten als die Mieter auf dem Land. Welche Wohnungen Living Services anbieten, bestimme allerdings nicht die Verwalterin. «Es sind alles Liegenschaften, die durch einen bestimmten Fonds der Credit Suisse finanziert werden», sagt Konrad.

Bank will Angebot ausweiten

Die Credit Suisse (CS) hat im November 2007 den Immobilienfonds Living Plus ins Leben gerufen. Gemäss CS-Sprecherin Karin Schwerzmann habe das Management das Angebot dieser Dienstleistung seither immer wieder angepasst. Als einer der grössten Anbieter von Immobilienanlagen nahm die CS die sozial-demografischen Entwicklungen unter die Lupe. «Wir haben festgestellt, dass solche Dienstleistungen ein Bedürfnis darstellen, und zwar nicht nur bei Senioren», sagt Schwerzmann. Die Mieter würden vornehmlich die Fenster- und Wohnungsreiniger buchen.

Das Management des Fonds verfeinert zusammen mit Wincasa das Angebot laufend. «Wir müssen Verhandlungen mit den Anbietern führen, die Dienstleistungen den Mietern vorstellen und die Mitarbeiter der Bewirtschaftungsfirma schulen. Das braucht viel Zeit.» Ziel der Credit Suisse ist es, das Angebot auch Mietern zugänglich zu machen, deren Wohnungen nicht in dem Themenfonds enthalten sind. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.10.2011, 12:43 Uhr

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