Wie Giusep Fry seine illegalen Bauten legalisieren will

Der Uetliberg-Wirt lässt nicht locker. Um den Abbruch seiner Glasterrasse zu verhindern, schaltet er das höchste Gericht ein. Sein Spiel auf Zeit könnte aufgehen.

Uto-Kulm-Besitzer und -Wirt Giusep Fry wehrt sich jetzt beim Bundesgericht gegen den Abbruch der illegal erstellten Anbauten aus Glas.

Uto-Kulm-Besitzer und -Wirt Giusep Fry wehrt sich jetzt beim Bundesgericht gegen den Abbruch der illegal erstellten Anbauten aus Glas. Bild: PD

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Für Giusep Fry und seine Anwälte wäre es «unverhältnismässig», seine ohne Baubewilligung erstellte Terrassenverglasung zu entfernen. Der Uetliberg-Wirt zieht deshalb einen Entscheid des Zürcher Verwaltungsgerichts vor Bundesgericht. Fry sagt, die verglasten Terrassen könnten schon bald baurechtskonform sein – dank einem bereits beschlossenen Gestaltungsplan.

Der Plan würde es ermöglichen, die ohne Bewilligung erstellten Erweiterungen am Gasthaus auf dem Uetliberg-Gipfel nachträglich zu legalisieren. Gegen den kantonalen Gestaltungsplan haben allerdings der Heimatschutz, der Verein Pro Uetliberg und der Schweizer Alpen-Club bei der Regierung einen Rekurs eingereicht. Jetzt steht aber laut Fry ein Entscheid der Regierung zum Gestaltungsplan «unmittelbar bevor». Konkret fordert Fry vom Bundesgericht in seiner heute eingereichten Beschwerde, dass das Verfahren so lange eingestellt wird, bis die Regierung über den Gestaltungsplan entschieden hat.

Ein Richter auf Frys Seite

Das Zürcher Verwaltungsgericht hatte Anfang August den Abbruch der Verglasung befohlen. Allerdings waren sich die Richter uneinig: Einer der drei stellte sich ähnlich wie Fry auf den Standpunkt, dass die Entfernung «zum heutigen Zeitpunkt unverhältnismässig» sei. Der Entscheid über den Gestaltungsplan müsse abgewartet werden.

Uto-Kulm-Besitzer Fry hatte mit den rechtswidrigen und profitablen Ausbauten seines Reichs vor zehn Jahren begonnen. Die Bewilligung dafür gab ihm die Standortgemeinde Stallikon erst im Nachhinein. Seither tobt ein Rechtsstreit zwischen Fry, dem Heimatschutz und dem Verein Pro Uetliberg. Die Organisationen wollen den Uetliberg möglichst naturnah erhalten. Fry hat in der Auseinandersetzung bereits mehrfach Entscheide bis vor Bundesgericht gezogen.

Erstellt: 16.09.2013, 14:22 Uhr

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