Wie Werner Hoffmann mit dem Atlantis Geld verdienen will

Die Studentenzimmer sind alle vermietet, doch das Atlantis scheint sich nicht zu rechnen. Nun sollen die ehemaligen Luxussuiten an Leute vermietet werden, die «mehr bezahlen können».

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150 Studenten sollen im ehemaligen Hotel Atlantis eine temporäre Heimat finden, so das Vorhaben des Hausherren Werner Hofmann. Alle Zimmer sind bereits vermietet, die ersten Studenten haben ihre Räume in einem Flügel des ehemaligen Fünfsterne-Hotels bezogen. In anderen Teilen des Hauses wird derzeit noch rege gebaut – etwa in der fünften Etage, in den ehemaligen Luxussuiten. Die Räume sind mit rund 40 Quadratmetern grosszügig und teilen sich eine 80 Quadratmeter grosse Dachterrasse. Im Atlantis hört man sagen: «Diese Zimmer richten sich bestimmt nicht an Studenten.»

«Das Atlantis muss auch vom Finanziellen her aufgehen»

Was passiert in den fünften Etage des Atlantis? «Es ist das Ziel, bis Mitte Januar Zimmer an Personen vermieten zu können, die etwas mehr bezahlen können. Zum Beispiel Professoren oder Geschäftsleute», sagt Werner Hofmann gegenüber Tagesanzeiger.ch. Er spricht von Businessappartements, die monatsweise vermietet werden können. «Das Atlantis muss auch vom Finanziellen her aufgehen.»

«Unser Ziel ist es, im Atlantis günstigen Wohnraum anbieten zu können. Da wir keine Subventionen erhalten, müssen wir das Projekt so quersubventionieren», sagt auch Ivana Egloff, die im Auftrag Hofmanns das Projekt leitet. «Entschieden ist aber noch nichts. Wir klären derzeit ab, was möglich ist und stehen mit dem Bauamt in engem Kontakt. Ein Gesuch haben wir noch nicht eingereicht.» Wie viele Zimmer als Businessappartements genutzt werden könnten und wie viel diese kosten sollen, sei noch nicht bekannt. Egloff rechnet damit, bis Weihnachten ein konkretes Konzept präsentieren zu können. Bis eine Bewilligung vorliegt, dürfte es noch etwas länger dauern.

Haben die Besetzer recht behalten?

Als Hoffmann das Atlantis übernahm und bekannt gab, dass er die Zimmer an Studenten vermieten wolle, sagte er: «Ich rechne mit einer schwarzen Null.» Dass er für einen Raum nur 400 Franken pro Monat verlangte, sorgte damals auch bei den Besetzern für Argwohn. Sie streuten eigene Berechnungen unter die Medien, mit denen sie beweisen wollten, dass die Einnahmen die Kosten nicht aufwiegen würden. Hofmann, so die Botschaft, hat nicht sauber kalkuliert und eigentlich anderes im Sinn.

Laut Hofmann stehen die Businessappartements nicht im Widerspruch zu den Studentenzimmern: «Wir haben immer nur von der zweiten, dritten und vierten Etage gesprochen. Was wir mit der fünften Etage machen, liessen wir bisher offen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.12.2010, 11:52 Uhr

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