«Wie im Urwald»

Hanspeter Gass hat 80 Zürcher Wasserfälle fotografiert. Er sagt, die Fälle hätten etwas Mystisches, dem man sich kaum entziehen könne. Wir lösen das «Tages-Anzeiger»-Fotoquiz auf.

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Das Buch «Perlen Zürichs» mit 80 Fotografien von Wasserfällen im Kanton Zürich erscheint Anfang November. Im Wettbewerb des «Tages-Anzeigers» galt es, sechs Wasserfälle richtig zu verorten. Fast 5000 Leserinnen und Leser haben am Wettbewerb teilgenommen. Mehr als 40 richtige Antworten wurden eingereicht. Das von Hanspeter Gass signierte Buch hat – dank den richtigen Antworten und ein bisschen Losglück – Marc Schwank gewonnen. Gass überreicht ihm das Buch persönlich an der Vernissage am 7. November. Zur Einstimmung hat Tagesanzeiger.ch/Newsnet mit dem Fotografen gesprochen.

Wasserfälle faszinieren die meisten Menschen. Was genau fasziniert Sie?
Sie weisen ein Mikroklima auf, das einen glauben macht, man sei gar nicht in der Schweiz, nicht im Kanton Zürich. Wenn ich jeweils in diesen Tobeln oder bei einem Wasserfall bin, fühle ich mich wie auf meinen Exkursionen im Urwald. Irgendwie ist die Welt rund um einen Wasserfall ein bisschen fremd, exotisch.

Woher kommt diese Faszination?
Die Menschen haben eine spezielle Bindung zum Element Wasser – nicht nur, weil wir aus 70 Prozent Wasser bestehen und Wasser zum Überleben brauchen. Wasserfälle verstärken die Schönheit des Wassers. Sie haben etwas Mystisches, dem man sich kaum entziehen kann.

Wie meinen Sie das?
Ich habe beim Fotografieren vielfach Leute getroffen, die Yoga gemacht oder meditiert haben. Bei aller Kraft des Wassers: Wasserfälle strahlen eine Ruhe aus. Wie schafft man es, diese Ruhe in den Bildern sichtbar zu machen? Wenn man die Fälle lange Zeit belichtet, entstehen Bilder mit einer beruhigenden Wirkung. Mit einer kurzen Verschlusszeit hingegen wird die ganze Kraft des Wassers sichtbar.

Was ist die Schwierigkeit, ­Wasserfälle gut zu fotografieren?
Dass die Bilder nicht langweilig wirken. Damit das Bild eine Geschichte über den Wasserfall erzählt, mit der Flora und Fauna rundherum, braucht es unkonventionelle Perspektiven. Zum Beispiel an der Kante des Wasserfalls mit Blick nach unten. Für mein Buch habe ich alle Bilder aus der Froschperspektive aufgenommen.

So schwierig tönt das nicht.
Es ist nicht immer ganz einfach, an diese Perspektiven heranzukommen. Manchmal musste ich mich abseilen oder weite Umwege machen, weil die Fälle schwierig zugänglich sind. Und dann am Fall selber den richtigen Ort zu finden. Ich kehrte oft durchnässt vom Fotografieren zurück. Von einem speziellen Filter, den ich in den USA bestellen musste, habe ich vier Stück innerhalb zweier Wochen zerstört. Immer bin ich so hingefallen, dass just der Filter in die Brüche ging.

Was macht für Sie die Schönheit der Fälle aus?
Die Moose, Flechten und Farne, die rund um Wasserfälle vorkommen. Es ist unglaublich, was das Wasser, speziell die Gischt, rund um den Wasserfall bewirkt. Nach einem Regen leuchtet es rundherum unglaublich. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt.

Gibt es Wasserfälle, die Sie ­besonders mögen?
Das gibt es. Es geht mir dabei nicht darum, wie hoch das Wasser herunterfällt. Das ganze Drumherum muss zusammenspielen. Der Wasserfall in Wädenswil zum Beispiel oder der Hörschutzfall in Erlenbach gefallen mir besonders. Dort ist alles sehr harmonisch. Oder in Neuthal, dort ist das Wasser türkisblau wie bei den Stränden im Ferienprospekt.

Ist jeder Wasserfall auf seine Art schön?
Ja, ich finde schon. Zum Teil ist es auch der Weg dorthin. In Fischenthal etwa spaziert man durch einen wahren Märchenwald. Man geht über dichte Moosteppiche, durch eine verträumte Landschaft – unglaublich.

Auflösung des Wettbewerbs: Bild 1 ist in Rüti aufgenommen/ 2: Erlenbach/ 3: Hombrechtikon/ 4: Rorbas/ 5: Maur/ 6: Wädenswil. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.07.2015, 15:58 Uhr

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