Zoo zwingt Gitarrenbauer Gibson in die Knie

Der führende Gitarrenhersteller aus den USA muss eine Strafzahlung leisten, da er illegal geschlagenes Holz kaufte. Am Prozess gegen den Weltkonzern war der Zürcher Zoo massgeblich beteiligt.

Hat eingestanden, illegal Tropenhölzer importiert zu haben: Henry Juszkiewicz, CEO von Gibson Guitar, vor dem Hauptsitz des weltbekannten Gitarrenherstellers.

Hat eingestanden, illegal Tropenhölzer importiert zu haben: Henry Juszkiewicz, CEO von Gibson Guitar, vor dem Hauptsitz des weltbekannten Gitarrenherstellers. Bild: Keystone

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Der Zoo Zürich triumphiert: Zusammen mit Partnern in Madasgaskar strengten sie ein Klage an, wonach die «Ikone der Gitarrenhersteller», die Firma Gibson Guitars in den USA, illegal Edelhölzer für ihre Instrumente verwendeten. Die fragwürdigen Tropenhölzer stammen dabei auch aus Madagaskar, wo sich der Zoo für die Artenerhaltung engagiert.

Nach langem Hin und Her hat der Gitarrenhersteller Gibson eingeräumt, mit dem Import exotischer Hölzer gegen US-Umweltgesetze verstossen zu haben. Die Staatsanwaltschaft erklärte sich daraufhin nach Angaben vom Montag bereit, ein Strafverfahren gegen das Unternehmen einzustellen. Gibson stimmte den Angaben zufolge einer Strafzahlung von 300'000 Dollar zu. Ausserdem verzichtet der Gitarrenbauer auf beschlagnahmtes Holz im Wert von 262'000 Dollar und spendet der US-Naturschutzbehörde 50'000 Dollar.

CEO sieht sich «gezwungen»

Staatsanwalt Jerry Martin erklärte, die Einigung sei gerecht, da sie das Vorgehen des Unternehmens mit deutlichen Strafzahlungen belege, während sich Gibson nun wieder auf das Geschäft des Gitarrenbauens konzentrieren könne. Firmenchef Henry Juszkiewicz erklärte, das Unternehmen habe sich zu der Einigung gezwungen gesehen, da ein Prozess Millionen Dollar gekostet und viel Zeit in Anspruch genommen hätte. Er betonte, Gibson sei seiner Ansicht nach unfairerweise ins Visier der Justiz geraten.

«Wir freuen uns, dass die Staatsanwaltschaft des US Department of Justice unter dem politischen Druck nicht eingeknickt ist», schreibt der Zoo. Es sei Zeit, dass nicht nur die Wilderei in den Ursprungsländern bekämpft werde, sondern auch die Firmen bestraft würden. die gewilderte Produkte einkaufen und weiter verarbeiten, so der Zoo weiter. Die Firma in Privatbesitz ist einer der weltweit führenden Hersteller akustischer und elektrischer Gitarren, darunter der 1952 präsentierten Les Paul. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Nashville. (ep/dapd)

Erstellt: 08.08.2012, 14:45 Uhr

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