Zu früh gefreut?

Euphorische Hobbygärtner bescherten den Gartencentern über Pfingsten Rekordumsätze. Doch den frisch gepflanzten Setzlingen droht der Kältetod: Ende Woche gibts Schnee auf dem Uetliberg.

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Nach einem verregneten Frühling mit miesen Verkäufen brachte das Wochenende den Gartencentern die Erlösung: Hobbygärtner und Balkonbauern strömten in die Läden, kauften Setzlinge und Blumen wie noch nie dieses Jahr. «Sie waren kaum mehr zu halten», sagt Erwin Meier, Geschäftsführer des Gartencenters Meier in Dürnten. Fantastische Tage seien das gewesen. Er ist zufrieden.

Noch im März und April landeten Meiers Primeli auf dem Kompost, weil sie niemand kaufen wollte. Auch Coop spürte das schlechte Wetter. «Wir mussten jedoch nicht mehr Pflanzen wegwerfen», sagt Sprecher Ramón Gander. Mehrjährige Pflanzen etwa, habe man zurückgeschnitten. «Sie werden nun für das nächste Jahr kultiviert.» Im Gegensatz zu den Primeln hat Meier mit dem Gemüse und den Kräutern, die momentan gefragt sind, nicht das gleiche Problem: Die kann er auch noch später verkaufen

Kälteeinbruch schadet Tomaten

Auch bei den Blumen laufe es jetzt wieder besser, sagt Frida Egli von Egli-Gartencenter in Egg. «Nur blühen tun sie nicht, wegen des kalten Wetters.» Das mache den Verkauf etwas schwieriger. Doch die Kunden hätten Verständnis, wenn man es ihnen erkläre, sagt Egli. «Dann haben sie erbarmen mit uns und kaufen umso mehr.»

Doch die Euphorie der Hobbygärtner kommt zu früh. In den kommenden Tagen soll die Schneefallgrenze gemäss Meteosuisse auf unter 800 Meter sinken, das Thermometer nachts auf 5 Grad. Stehen die Tomatensetzlinge nicht an der wärmenden Hauswand, heisst das: Vlies oder Plastikfolie drüber. «Sonst erfahren sie einen Schock, hören für Tage, vielleicht Wochen auf zu wachsen», sagt Gartencenterchef Meier. Stehen die Pflanzen dann noch einige Tage in der Nässe, kann es um sie geschehen sein.

Basilikum gehört hinters Küchenfenster

Die Leute wüssten grundsätzlich gut, wie mit den Pflanzen umzugehen sei, die sie kaufen, sagen die Gartencenterbetreiber. Wirklich schlecht ergeht es derzeit aber dem Basilikum. Den brächten einige Kunden zurück, weil er welke und nicht mehr wachse, so Meier. «Er erträgt keine Temperaturen unter 10 Grad und gehört deshalb nicht auf den Balkon, sondern in einen Topf hinter das Küchenfenster.»

Erstellt: 21.05.2013, 13:03 Uhr

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