Zürcher Polizisten werden mit Tasern ausgerüstet

Die Kantonspolizei stattet Regional-, Verkehrs- und Flughafenpolizei mit Tasern aus. Im Ausland kam es zu mehreren Todesfällen nach Einsatz der Elektrowaffe.

Lähmt mit Stromstössen: Ein Mitglied einer Genfer Sondereinheit hält einen Taser in der Hand.

Lähmt mit Stromstössen: Ein Mitglied einer Genfer Sondereinheit hält einen Taser in der Hand. Bild: Keystone

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Die Zürcher Kantonspolizei rüstet weitere Polizisten an der Front mit dem so genannten Taser aus. Grund dafür ist die Zunahme von gefährlichen Situationen im Alltag dieser Berufsgruppe in den letzten Jahren. 130 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten sollen für den Einsatz des Elektroschockgeräts ausgebildet werden.

«Der Taser soll dezentral und rascher als bisher zur Verfügung stehen», sagte Kantonspolizei-Sprecher Werner Benz am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte damit eine Meldung der «SonntagsZeitung».

«Grössere Dichte»

80 Regionalpolizisten, 15 Verkehrspolizisten, 25 Flughafenpolizisten sowie 10 Instruktoren sollen neu bei der Zürcher Kantonspolizei das so genannte Destabilisierungsgerät (DSG) im Dienst tragen.

«Wir wollen eine grössere Dichte dieser Geräte über das Korps verteilt», sagte Benz. Der Taser solle dort eingesetzt werden, wo er gebraucht werde. «Die Frontpolizeien sind immer öfter mit gefährlichen Situationen konfrontiert.» Die Gewaltbereitschaft der Leute habe zugenommen.

Gemäss Benz sind nach der Aufrüstung 430 der insgesamt rund 2200 Kantonspolizistinnen und -polizisten ausgebildet und berechtigt, den Taser im Dienst einzusetzen. Im Gegensatz zur Pistole, bei der jeder Polizist und jede Polizistin eine eigene hat, wird der Taser nur von speziell ausgewählten und ausgebildeten Polizisten mitgeführt.

Taser ersetzt die Pistole

Bei der Zürcher Kantonspolizei wird das DSG seit Anfang 2008 operativ eingesetzt. «Unsere Erfahrungen damit sind gut», sagte Benz weiter. Die Zahl der Schusswaffeneinsätze hätten seither sehr tief gehalten werden können. «Das DSG ersetzt in vielen Einsätzen die Pistole und ist darüber hinaus klar ein milderes Mittel mit weniger Folgewirkungen als die Schusswaffe.»

Pro Jahr gibt es bei der Zürcher Kantonspolizei gemäss Benz fünf bis zehn Taser-Einsätze. «Das ist sehr wenig», sagte der Kapo-Sprecher. Das Elektroschockgerät werde etwa eingesetzt, wenn Polizisten oder Drittpersonen mit Messern oder - wie schon passiert - mit abgebrochenen Flaschen bedroht würden. «Oftmals reicht schon die Androhung des Tasers», sagte Benz.

In Basel und Bern werden bisher nur ausgebildete Einsatzkräfte von Sondereinheiten mit dem Taser ausgerüstet. In Basel prüft man, ob auch Polizistinnen und Polizisten auf Polizeiwachen oder solche auf Patrouille zum Einsatz des Elektroschockgeräts berechtigt werden sollen. (mw/sda)

Erstellt: 24.08.2013, 23:37 Uhr

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