Zürichsee steht sechs Zentimeter vor «Hochwassergefahr»

Der See ist randvoll. An einigen Stellen schwappt das Wasser über die Ufer. Das wird auch ohne Dauerregen in den kommenden Tagen so bleiben. Beim Pfäffiker- und Greifensee ist der Alarmwert überschritten.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach den starken Regenfällen am Wochenende zeigt sich nun endlich die Sonne über Zürich. Ein Umstand, der vor allem bei der Hochwasser-Fachstelle des Kantons für Erleichterung sorgt. «Wir sind sehr froh, dass es am Sonntagmorgen aufgehört hat zu regnen. Sonst wären wir stellenweise ans Limit gekommen. Die Böden und die Gewässer waren bereits sehr voll – insbesondere die Thur», sagt Wolfgang Bollack, Pressesprecher des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft bei der kantonalen Baudirektion.

Inzwischen sinken die Wasserstände in den Bächen und Flüssen im ganzen Kanton Zürich. Nur der Rhein wird weiter ansteigen, weil auch der Pegel des Bodensees noch immer steigt.

Zürichsee unter Alarmwert stabil

Bei den Seen und grösseren Gewässern dauert es etwas länger, bis der Wasserspiegel sinkt. Der Greifen- und Pfäffikersee sind randvoll. Derzeit steht das Wasser über dem Wert für Hochwasseralarm.

«Der Pegel des Zürichsees hat sich unter dem Alarmwert stabilisiert, wird nun aber noch einige Zeit so hoch bleiben und erst in den nächsten Tagen sinken», so Bollack. Das Wasser könne daher punktuell noch über die Ufer treten. «Es gibt sicher Orte entlang des Zürichsees, wo man nasse Füsse bekommt. Aber es wird nicht dramatisch werden.»

Das Schmelzwasser stelle jedoch kein Problem dar. «Natürlich gelangt es nun auch in den See, aber die starken Regenfälle fallen weg. Daher gehen wir zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Lage nun stabil bleiben wird – anders als am Wochenende, wo sie sich stündlich geändert hat», versichert Bollack.

Die Wetter- und Wasserspiegelentwicklung werde jedoch weiterhin laufend beurteilt. Die Wehranlagen entlang der Limmat sind derzeit wegen des hohen Wasserstands noch stark geöffnet. Für Spaziergänger sei daher grösste Vorsicht geboten.

Hochwasserschutzmassnahmen haben sich bewährt

Dass die Sihl trotz der starken Regenfälle nicht über die Ufer getreten ist, liegt gemäss Bollack an der Vorabsenkung des Sihlsees. «So konnte man die Hochwasserspitzen in der Sihl dämpfen.» Auch die Hochwasserrückhaltebecken, die in den letzten Jahren beispielsweise oberhalb von Affoltern am Albis und bei Maschwanden gebaut wurden, sowie der neue Hochwasserschutz für Elikon am Rhein hätten sich in den vergangenen Tagen sehr bewährt. «Gerade dort wäre das Wasser sonst ins Dorf geflossen», ist Bollack überzeugt.

Man sei dennoch laufend daran, den Hochwasserschutz im Kanton zu optimieren. «Der Standard ist bereits sehr hoch. Im Kanton Zürich ist Hochwasser eine der hauptsächlichen Naturgefahren.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.06.2013, 14:05 Uhr

Artikel zum Thema

Kantonsstrasse wegen Murgangs gesperrt

Der Dauerregen hat in Zürich aufgehört, an den Flüssen ist die Hochwassergefahr fürs Erste gebannt. Doch die Pegel der Seen könnten noch zwei Tage lang steigen. Mehr...

Feuerwehren wappnen sich für die zweite Welle

Der Kanton Zürich hat die ersten Rekord-Niederschläge gut überstanden, abgesehen von zwei kurzzeitig gesperrten S-Bahnlinien und kleineren Überschwemmungen. In der Nacht könnte sich die Lage aber zuspitzen. Mehr...

Gotthard-Zufahrt nach Steinschlag bis Donnerstag gesperrt

Wegen des trockenen Wetters hat sich die Hochwassersituation heute in der ganzen Schweiz entspannt. Der Pegelstand der meisten Bäche und Flüsse sank. Dennoch kam es weiter zu Verkehrsbehinderungen. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Schmucke Brille: Ein Model führt in Mailand die neusten Kreationen von Dolce und Gabbana vor. (24. September 2017)
(Bild: Antonio Calanni/AP) Mehr...