Zugpersonal: «ZVV ist anmassend»

Um den Nachtzuschlag ist ein Streit zwischen dem ZVV und dem Zugpersonal entbrannt. Laut Gewerkschaft sind die Vorwürfe, das Personal kontrolliere unseriös, nicht belegt.

Im Streit mit dem ZVV: Zugbegleiter, bei einer Demonstration im September.

Im Streit mit dem ZVV: Zugbegleiter, bei einer Demonstration im September. Bild: Keystone

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Der Zürcher Verkehrsverbund ZVV wirft den Zugbegleitern in den S-Bahnen vor, die Kontrollen auf dem Nachtnetz nicht seriös durchzuführen. Das führe zu massiven Rückgängen bei den Einnahmen. Der ZVV befürchtet, dass ihm bis Ende Jahr bis zu einer Million Franken entgehen, weil die Nachtschwärmer deutlich mehr Schwarzfahren.

«Dieser Vorwurf ist nicht belegt und stört uns deshalb massiv», sagt Regula Bieri, Regionalsekretärin bei der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV. «Es ist anmassend und undifferenziert, wenn der ZVV den Rückgang der Einnahmen auf das Personal zurückführt», sagt Bieri weiter. Das Personal machte weiterhin einen guten Job und erledige seine Aufgaben gewissenhaft, obwohl der ZVV die Funktion der Zugbegleiter abschaffen will.

Komitee entscheidet nächste Woche

Gegenüber Tagesanzeiger.ch sagt ZVV-Sprecherin Beatrice Henes, man erwarte nun von der SBB, dass ihre Zugbegleiter auch tatsächlich Kontrollen durchführen. «Es kann zwar sein, dass die Zugbegleiter in der Nacht vermehrt mit Fällen aufgehalten werden, in denen Passagiere kein gültiges Billet haben und deshalb nicht den ganzen Zug kontrollieren können.» Dass die Arbeit jedoch nicht seriös gemacht wird, weist Bieri weit von sich.

Um die Probleme auf dem Nachtnetz zu lösen, verlang der SEV, den Nachtzuschlag abzuschaffen und in den Fahrpreis zu integrieren. Die Vorwürfe des ZVV will das Personal nicht einfach so hinnehmen. Wie man darauf reagiert, will der SEV nächste Woche entscheiden. Dann kommt das Aktionskomitee der Zugchefs S-Bahn (ZUS) zusammen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.10.2010, 12:39 Uhr

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