Zunfthaus «Zur Zimmerleuten»: Wiederaufbauprojekt steht

17,5 Millionen Franken sollen in den Wiederaufbau des abgebrannten Zürcher Zunfthaus «Zur Zimmerleuten» investiert werden. Das «neue alte Zimmerleuten» werde am Sechseläuten 2010 in historischem Glanz, aber mit moderner Technik wieder eröffnet.

15. November 2007: Das Zunfthaus «Zur Zimmerleuten» steht in Vollbrand. (Bild: Thomas Burla/TA)

15. November 2007: Das Zunfthaus «Zur Zimmerleuten» steht in Vollbrand. (Bild: Thomas Burla/TA)

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Vom abgebrannten Zürcher Zunfthaus «Zur Zimmerleuten» soll der Eingangsbereich, die Wendeltreppe, die Säulen im ersten Stock sowie der gesamte Kleine und Grosse Zunftsaal ganz nach dem Original wieder aufgebaut werden, wie die Zunft am Donnerstag mitteilte. Die Fassade wird instand gesetzt. Küche und Haustechnik werden ganz neu, ebenso ein rollstuhlgängiger Lift. Eine Toilette wird behindertengerecht ausgabaut.

Projekt nach historischen Bild- und Text-Dokumenten

Zum Glück gebe es zahlreiche Bild- und Text-Dokumente über das historische Haus, dessen älteste Teile 650 Jahre alt sind. Dies ermögliche den Wiederaufbau gemäss dem Original, heisst es in der Mitteilung weiter. Oberstes Ziel sei die Wiederherstellung der kunsthistorisch wertvollen Elemente.

Für der Leitung der Bauarbeiten wurde eine Kommission gebildet. Sie setzt sich zusammen aus Zünftern, Fachspezialisten und einem Vertreter der kantonalen Denkmalpflege.

Fertig auf Sechseläuten 2010

Die Arbeiten sollen noch dieses Jahr beginnen. Am Sechseläuten im Frühling 2010 soll das neue alte Zimmerleuten wieder im vollen Glanz erstrahlen. Kürzlich wurde die Baueingabe eingereicht. Die Zunft rechnet laut Mitteilung «in den nächsten Wochen» mit einem positiven Entscheid der Behörden.

Noch hat sie die nötigen 17,5 Millionen Franken allerdings nicht beisammen. Obwohl die Gebäudeversicherung 9,8 Millionen Franken zahlt und auch die Denkmalpflege einen grösseren Beitrag in Aussicht gestellt hat, fehlen noch vier Millionen.

Die Zunft will sie von geeigneten Stiftungen und Unternehmen sowie Privaten zusammenbringen, wie Philippe Blangey, Mitglied der Zunft-Vorsteherschaft, auf Anfrage sagte. Da sich Stiftungsräte aber jeweils nur einige wenige Male pro Jahr zusammenfänden, dürfte es einige Zeit dauern, bis alle Gesuche behandelt seien.

Das Zunfthaus am Limmatquai war in der Nacht vom 14. auf den 15. November 2007 abgebrannt. Bei den Löscharbeiten kam ein Feuerwehrmann ums Leben. Mehrere weitere Personen wurden verletzt.

Der Brand war durch einen Isolationsdefekt oder eine mangelhafte Kontaktstelle in den elektrischen Installationen ausgelöst worden. Brandstiftung oder eine fahrlässige Verursachung des Feuers schloss die Staatsanwaltschaft aufgrund der Ermittlungen aus. (tif/sda)

Erstellt: 02.10.2008, 15:28 Uhr

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