Blutiges Ehedrama im Spielzeugladen

Ein 28-jähriger Serbe schoss in Dietlikon auf seine Schweizer Ehefrau und verletzte sie schwer. Danach richtete er sich selbst. Die dreijährige Tochter wurde Zeugin des Beziehungsdelikts.

Auseinandersetzung im Spielwarengeschäft: Im Toys'r'us in Dietlikon wurden zwei Personen schwer verletzt.
Video: Leserreporter

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Das Drama ereignete sich am Dienstagnachmittag im Gewerbegebiet von Dietlikon. Bei der Kantonspolizei ging gegen 13 Uhr die Meldung ein, dass in der Tiefgarage der Toys’R’us-Filiale, einem Spielwarengeschäft an der Industriestrasse, Schüsse gefallen seien und es Verletzte gebe. Die Polizei rückte mit einem Grossaufgebot aus.

In der Tiefgarage fanden die Polizisten einen schwerverletzten 28-jährigen Mann und im Eingangsbereich des Ladens eine ebenfalls verletzte 24-jährige Frau. Sie hatte sich mit letzter Kraft dorthin geschleppt, wo sie zusammenbrach. In der Garage war auch die dreijährige Tochter des Ehepaares, die offenbar alles mit ansehen musste. Das kleine Mädchen ist unverletzt und befindet sich in der Obhut von Verwandten.

Wollte ihn die Frau verlassen?

Die Kantonspolizei Zürich geht davon aus, dass der Mann in der Tiefgarage zuerst mit einer Pistole auf die Ehefrau schoss und sich anschliessend selbst richtete. Der Täter wurde nach der ärztlichen Erstversorgung mit einem RegaHelikopter ins Spital geflogen. Dort starb er wenig später an seinen Schussverletzungen. Seine Ehefrau wurde mit schweren Schussverletzungen von der Sanität ins Spital gebracht.

Beim Täter handelt es sich um einen Serben. Seine Frau ist eine eingebürgerte Schweizerin, sie stammt ebenfalls aus dem Balkan. Über die Hintergründe der Tat wollte die Polizei gestern keine Angaben machen. Tathergang und Motiv werden von der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte untersucht. Nach Angaben von Ladenbesuchern soll eine Verkäuferin, welche die Frau kennt, gesagt haben, dass diese den Ehemann verlassen wollte. Dieses mögliche Motiv erscheint plausibel, da der Mann bereits in der Vergangenheit wegen häuslicher Gewalt aktenkundig war, wie Stefan Oberlin, Sprecher der Kantonspolizei, sagt. Zur Art und Weise dieser häuslichen Gewalt konnte Oberlin gestern keine weiteren Angaben machen.

Ein Onkel des Ehemannes tauchte kurz nach der Schiesserei vor dem Spielwarengeschäft auf. Nachdem er von der Polizei über das Ehedrama informiert worden war, rannte er schreiend und wild gestikulierend weg und fuhr dann mit seinem Auto davon.

Laut einer Augenzeugin, die in der Tiefgarage ihren Wagen holen wollte, sei der Serbe in einer grossen Blutlache zitternd am Boden gelegen und habe nur noch geröchelt. Die schwangere Frau war zusammen mit ihrer Mutter im Laden und hatte für das zu erwartende Kind Spielsachen eingekauft. Eine andere Augenzeugin sah, wie die verletzte Frau im Eingangsbereich kniete und kreideweiss war. Das Opfer sei aber jederzeit ansprechbar gewesen, bestätigt Kapo-Sprecher Stefan Oberlin. Offensichtlich waren ihre Verletzungen nicht lebensgefährlich.

Kunden mussten warten

Das Personal des Gewerbehauses, in dem noch andere Läden untergebracht sind, blieb unverletzt. Die Ladengeschäfte wurden geschlossen, das ganze Gebäude evakuiert und die Umgebung grossräumig abgesperrt. Weil die Kantonspolizei mit Spurensicherung in der Tiefgarage beschäftigt war, konnten die Kunden erst nach Stunden ihre parkierten Autos abholen.

Erstellt: 20.08.2013, 14:14 Uhr

Stefan Oberlin von der Kantonspolizei Zürich zum Beziehungsdelikt von Dietlikon. (Video: Keystone )

Grossaufgebot der Polizei

Schiesserei im Toys'R'us

Schiesserei im Toys'R'us Im Spielwarenladen in Dietlikon kam es am 20. August 2013 zu einer Schiesserei, bei der mindestens zwei Personen schwer verletzt wurden.

Tatort Spielwarenladen

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