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A 1 mit sechs Spuren durch den Gubrist

Der Bund gibt grünes Licht für einen dritten Gubrist-Tunnel. Er hat den Auftrag erteilt, den Ausbau der Zürcher Nordumfahrung zu planen.

Zwei Röhren für zehntausende Fahrzeuge täglich: Die beiden Tunnels durch den Gubrist.
Zwei Röhren für zehntausende Fahrzeuge täglich: Die beiden Tunnels durch den Gubrist.
Keystone

Mit der nun bewilligten Plangenehmigung seien die rechtlichen Grundlagen gegeben, um die Stausituation auf einem der meist belasteten Abschnitte des Nationalstrassennetzes entschärfen zu können, schreibt das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Der Entscheid sei ein Meilenstein, aber nicht mit dem Baubeginn gleichzusetzen, hält das Departement fest. Es sei möglich, innerhalb der gesetzlichen Frist beim Bundesverwaltungsgericht Rekurs einzulegen.

3,3 Kilometer langer Tunnel

Das Projekt zum Ausbau der Nordumfahrung sieht vor, die Autobahn auf einer Länge von rund 10 Kilometern von vier auf sechs Spuren zu erweitern. Zudem wird am Gubrist auf einer Länge von 3,3 Kilometern eine dritte dreispurige Röhre gebaut. Die Kosten für das gesamte Projekt betragen 940 Millionen Franken.

Im einzelnen sieht das Projekt eine Neugestaltung des Anschlusses bei Weiningen, den Umbau des Anschlusses Affoltern und den Bau einer 750 Meter langen Überführung beim Katzensee vor. Dazu kommen Lärmschutzmassnahmen, eine Neukonzeption der Entwässerung und der Neubau von vier Strassenabwasserbehandlungsanlagen.

Staus am Gubrist reduzieren

Gegen das Projekt waren beim Uvek 113 Einsprachen eingegangen. Sie betrafen einerseits entschädigungsrechtliche Anliegen von Eigentümern, die Land für den Autobahnausbau abgeben müssen. Andererseits machten viele Einsprecher lärmrechtliche Argumente geltend, wie es in der Mitteilung heisst.

So verlangte etwa die Gemeinde Weiningen eine Überdeckung der Portalzone auf der Westseite. Dieses Anliegen verfolgten auch zwei parlamentarische Vorstösse. Beide Motionen wurden von den eidgenössischen Räten jedoch abgewiesen.

Spätere Überdeckung nicht ausgeschlossen

Hingegen erteilten die Räte aufgrund einer Motion der nationalrätlichen Verkehrskommission dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) den Auftrag, eine Kompromisslösung für eine Überdeckung beim Gubrist-Westportal zu suchen, ohne dass das Gesamtprojekt zeitlich verzögert wird. Die Gespräche zwischen dem ASTRA, dem Kanton Zürich und der Gemeinde Weiningen sind im Gang.

Das Uvek seinerseits hat das Anliegen einer Überdeckung im Rahmen der Plangenehmigung abgewiesen. Die Prüfung der eingereichten Pläne habe ergeben, dass eine solche Überdeckung rechtlich nicht verlangt werden könne.

Dieser Entscheid soll aber gemäss Uvek kein Präjudiz sein. Eine allfällige - nicht vom Bund finanzierte - Überdeckung könne später immer noch gebaut werden. Es sei daher möglich, die Verhandlungen fortzusetzen.

Regierungsrat hofft auf rasche Umsetzung

Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion begrüsst die Plangenehmigung durch das Uvek. Damit könne der grösste Engpass auf dem Hochleistungsstrassennetz im Kanton Zürich beseitigt werden. Die Direktion von Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) hofft nun, dass der Ausbau möglichst rasch umgesetzt werden kann.

Der Zürcher Regierungsrat hatte bereits in früheren Stellungnahmen auf eine rasche Realisierung gedrängt. Im Mai des vergangenen Jahres hatte der Kantonsrat zudem einen Objektkredit von 25 Millionen Franken für die Kostenbeteiligung an die Überdeckung Katzensee genehmigt.

Die Volkswirtschaftsdirektion nimmt zudem «postiviv zur Kenntnis», dass der Plangenehmigungsentscheid des Uvek eine Realisierung einer Überdeckung im Raum Weiningen nicht ausschliesst. Sie hofft, dass auf Basis der Motion der nationalrätlichen Verkehrskommission eine tragbare Lösung gefunden werden kann.

(SDA)

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