Aargauer betreiben Zürcher Bahn

Die Zürcher Bewerber VBZ und SZU haben das Nachsehen: Eine Aargauer Transportfirma mit kompliziertem Namen hat den Zuschlag für die Limmattalbahn erhalten.

Die Limmattalbahn wird zu einem Viertel auf Aargauer und zu drei Vierteln auf Zürcher Boden fahren. (Visualisierung: Architron)

Die Limmattalbahn wird zu einem Viertel auf Aargauer und zu drei Vierteln auf Zürcher Boden fahren. (Visualisierung: Architron)

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Neben der BDWM Transport AG hatten auch die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) und die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) Offerten eingereicht. Alle drei Verkehrsunternehmen wären für einen zuverlässigen und qualitativ guten Betrieb der Limmattalbahn geeignet gewesen, teilten der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) und das Aargauer Departement Bau, Verkehr und Umwelt heute Freitag mit.

Wichtig war für die Besteller auch, dass die Arbeitsbedingungen der Branche in der Region berücksichtigt werden, wie es in der Mitteilung heisst. Dies werde durch die Einhaltung von Gesamt- beziehungsweise Firmenarbeitsverträgen gewährleistet.

Überzeugte finanziell und qualitativ

Der Entscheid fiel letztlich zugunsten der BDWM Transport AG aus. Ihre Offerte hat laut der Mitteilung in finanzieller, aber auch qualitativer Hinsicht überzeugt. Das Aargauer Unternehmer betreibt die Bremgarten-Dietikon-Bahn (S17) und ihre Tochtergesellschaft Limmat-Bus fährt acht Buslinien zwischen Zürich und Killwangen AG.

Der von den Kantonen Aargau und Zürich sowie dem BAV gemeinsam gefällte Entscheid ist noch nicht rechtskräftig. Die unterlegenen Verkehrsbetriebe haben die Möglichkeit diesen anzufechten, wie es in der Mitteilung heisst.

Betreiber soll mitreden können

Die BDWM Transport AG soll den Betrieb der Limmattalbahn für die ersten zehn Jahre übernehmen. Der Bund muss dafür eine Personenbeförderungskonzession erteilen. Das Gesuch dafür kann jedoch frühestens zehn Monate vor Betriebsaufnahme eingereicht werden. Die Bedingungen aus der Richtofferte sollen deshalb in einem nächsten Schritt verbindlich festgehalten werden.

Die Limmattalbahn, die zwischen Zürich-Altstetten und Killwangen zu rund drei Vierteln auf Zürcher und zu einem Viertel auf Aargauer Boden verläuft, soll den durchgehenden Betrieb voraussichtlich im Jahr 2022 aufnehmen. Die Kredite für den Bau der Infrastruktur wurden in den Kantonen Aargau und Zürich im vergangenen Jahr bewilligt.

Dass bereits jetzt bestimmt wurde, wer die Limmattalbahn betreiben soll, hat einen Grund: Die künftige Betreiberin soll nämlich im laufenden Planungsprozess bei wichtigen Entscheidungen einbezogen werden. (sda/pu)

Erstellt: 13.05.2016, 15:54 Uhr

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