Zum Hauptinhalt springen

Diese 460 Aargauer wollen Zürcher werden

Das kleine Dorf Fisibach plant den Kantonswechsel und beantragt diesen beim Aargauer Regierungsrat.

Bald im Kanton Zürich? Die Kapelle in Fisibach (AG).
Bald im Kanton Zürich? Die Kapelle in Fisibach (AG).
Badener (Wikimedia Commons)

Die kleine Aargauer Gemeinde Fisibach im Bezirk Zurzach möchte zum Kanton Zürich gehören. Nach einem Beschluss an der Gemeindeversammlung will das 460-Seelen-Dorf dem Aargauer Regierungsrat nun einen Brief mit dem Antrag zum Kantonswechsel schreiben.

Eine Delegation des Gemeinderats habe sich bereits mit dem Aargauer Innendirektor Urs Hofmann zu einer Aussprache getroffen, sagte Fisibachs Gemeindeammann Marcel Baldinger heute auf Anfrage. Das Gespräch sei ausführlich und freundlich gewesen. Er bestätigte damit einen Bericht der «Aargauer Zeitung».

Nun werde man dem Regierungsrat eine «Voranfrage zur Prüfung des Kantonswechsels» stellen, sagte Baldinger. «Das ist der erste konkrete Schritt.» Der Brief werde in zwei Wochen abgeschickt. Der Regierungsrat habe versprochen, noch vor den Sommerferien zu antworten.

Grundsatzentscheid der Gemeinde

Falls der Regierungsrat in Aarau dem Kantonswechsel zustimmen sollte, müsste auch der Zürcher Regierungsrat angefragt werden. Erst danach könnte die Gemeinde an einer Versammlung oder an der Urne über den Kantonswechsel entscheiden. Es gebe in der Gemeinde auch Leute, die eigenständig bleiben wollten, betonte Baldinger. Wenn die Aargauer Regierung nichts von einem Kantonswechsel wissen will, so hat die Gemeinde noch kein Alternativkonzept in der Schublade.

Fisibach, das am Rhein ganz im Nordosten des Aargaus liegt, grenzt an die Zürcher Gemeinden Bachs und Weiach. Diese Gemeinden sind nicht grundsätzlich gegen eine Fusion und können sich auch für eine engere Zusammenarbeit über die Kantonsgrenze hinweg erwärmen, wie die Zeitung «Zürcher Unterländer» berichtete. Die Primarschüler von Fisibach besuchen bereits die Schule in Weiach.

Grossgemeinde mit 8000 Einwohnenden

Der Wunsch, den Kanton zu wechseln, kam Anfang April an einer Gemeindeversammlung auf. Traktandiert war ein Kredit für eine engere Zusammenarbeit mit den neun weiteren Gemeinden im Zurzibiet. Es soll die flächenmässig grösste Gemeinde mit 8000 Einwohnenden entstehen. Der Bezirkshauptort Bad Zurzach mit 4500 Einwohnenden wäre die grösste Gemeinde im Verbund.

Fisibach lehnte als einzige Gemeinde den Planungskredit für das Projekt «Rheintal » ab und beauftragte den Gemeinderat, einen Kantonswechsel zu prüfen. Den entsprechenden Antrag hatte an der Versammlung der ehemalige Gemeindeschreiber gestellt.

Ausrichtung nach Zürich

Das Dorf Fisibach ist nach dem Kanton Zürich ausgerichtet. Die meisten Zuzüger stammen von dort. Es besteht gemäss Gemeindeammann Baldinger klar ein Sog in Richtung Zürich.

Ein Kantonswechsel ist für eine Gemeinde keine einfache Sache. Im Fall Fisibach müssten die Kantone Aargau und Zürich zustimmen. Das letzte Wort hätte die Bundesversammlung. Ein Ziel hat Fisibach bereits erreicht: Das kleine Dorf hat sich ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gestellt.

hwe/sda

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch