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Adrian Leimgrübler hat die Nase vorn

Der entlassene Statthalter des Bezirks Dietikon hat bei den Neuwahlen das beste Resultat erreicht, verpasst aber das absolute Mehr.

Hélène Arnet
Umstritten: Der Limmattaler Statthalter Adrian Leimgrübler wurde entlassen und tritt trotzdem wieder zur Neuwahl an.
Umstritten: Der Limmattaler Statthalter Adrian Leimgrübler wurde entlassen und tritt trotzdem wieder zur Neuwahl an.
PD

Noch ist keiner zum Statthalter im Bezirk Dietikon gewählt. Doch der entlassene Statthalter hat gute Chancen, auch der neue Statthalter zu werden. Denn beim ersten Wahlgang hat er die Nase vorn: Adrian Leimgrübler, Mitglied der FDP hat 5302 Stimmen erreicht, Simon Hofmann, offizieller Kandidat der FDP 5067 und der parteilose Ramon Steffen 4046.

Das absolute Mehr lag bei 7299 Stimmen und wurde von Leimgrübler klar verpasst. Der zweite Wahlgang wird voraussichtlich am 21. Mai stattfinden. Die Wahlbeteiligung lag bei 34 Prozent. In folgenden Gemeinden hat Adrian Leimgrübler mehr Stimmen erreicht als der offizielle Kandidat der Parteien, Simon Hofmann: Geroldswil, Oetwil, Unterengstringen, Urdorf, Weiningen und in seiner Wohngemeinde Schlieren.

In der grössten Gemeinde des Bezirks, der Bezirkshauptstadt Dietikon, sieht das Wahlergebnis folgendermassn aus: Simon Hofmann 1295 Stimmen, Ramon Steffen beachtliche 1260 Stimmen und Adrian Leimgrübler 997 Stimmen. In der anderen Stadt, in Schlieren, erhielt Leimgrübler 839, Hofmann 684 und Steffen 533 Stimmen.

Bizarre Ausgangslage

Statthalterwahlen werfen im allgemeinen keine hohen Wellen: Anders dieses Mal im Bezirk Dietikon. Die Umstände sind tatsächlich fast schon bizarr. Der bisherige Amtsinhaber Adrian Leimgrübler wurde im Dezember 2015 von seiner Aufsichtsbehörde, der Justizdirektion, fristlos entlassen. Zudem wurde eine Strafuntersuchung gegen ihn eingeleitet.

Seine Partei, die FDP, stellte mit Simon Hofmann einen anderen Kandidaten, der von allen Bezirksparteien unterstützt wurde – nachdem Leimgrübler kundgetan hatte, dass er nicht mehr antritt. Dann forderte der ehemalige Aargauer SVP-Kantonsrat Gregor Biffiger als Präsident des Gewerbeverbands Limmattal Leimgrübler auf, nochmals anzutreten – mit oder ohne Unterstützung seiner Partei. Dieser folgte dem Aufruf – ohne Unterstützung seiner Partei.

Strafuntersuchung eingestellt

Die ganze Zeit war den Stimmberechtigten nicht klar, was genau Leimgrübler vorgeworfen wurde. Er selbst hatte gegen seine Entlassung Rekurs eingelegt, der Gesamtregierungsrat hat das Vorgehen der Justizdirektion aber gestützt. Leimgrübler rief die nächste Instanz an, das Verwaltungsgericht, dort ist sein Rekurs immer noch hängig.

Letzte Woche kam aber die Nachricht, dass die Strafuntersuchung gegen Adrian Leimgrübler vor dem Abschluss stehe und eingestellt werde. Untersucht wurden die Straftatbestände Begünstigung, ungetreue Geschäftsbesorgung sowie Betrug/ Urkundenfälschung. Leimgrübler werden teilweise die Verfahrenskosten auferlegt, er wird dagegen rekurrieren.

Ausgangslage für den zweiten Wahlgang

Für den zweiten Wahlgang entscheidend wird sein, ob der von keiner Partei unterstützte Ramon Steffen nochmals antritt. Tut er das, stehen die Wahlchancen für Leimgrübler gut. Steigt er aus, werden wohl seine Stimmen mehrheitlich auf Hofmann übergehen.

Ebenfalls von Belang für den Ausgang dürfte das Resultat der personalrechtlichen Untersuchung sein, die noch hängig ist. Ergäbe diese, dass Leimgrüblers fristlose Entlassung nicht rechtens war, gäbe ihm das zweifellos Schub. Stützt aber das Verwaltungsgericht die Entlassung, wird sich wahrscheinlich die nächste Instanz, das Bundesgericht, um die Sache kümmern müssen.

Was aber gilt, wenn Leimgrübler beim zweiten Wahlgang gewählt wird?Entlassung oder Wiederwahl. Eine Situation, wie sie so noch nie vorgekommen ist. Die Antwort: Die Volkswahl erneuert das Anstellungsverhältnis. Leimgrübler könnte sein Amt antreten – quasi als neuer Mann.

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