Alles wird neu für S-Bahn-Pendler und Postautokunden

Viele Bahn-, Bus- und Postautonutzer der Region Zürich müssen sich ab dem 13. Dezember an einen komplett neuen Fahrplan gewöhnen. Dank einer neuen Regel soll niemand mehr auf den Zug oder Bus rennen müssen.

Bessere Anschlüsse, weniger Turnschuhstrecken: Im Zürcher ÖV soll im Dezember alles besser werden.

Bessere Anschlüsse, weniger Turnschuhstrecken: Im Zürcher ÖV soll im Dezember alles besser werden. Bild: Keystone

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Die zweite Etappe der 4. Teilergänzung der S-Bahn beschert dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) verschiedene neue S-Bahn-Linien, teilte dieser heute Donnerstag mit. Zwischen Dietikon und Effretikon verkehrt ab dem Fahrplanwechsel neu die S 19, welche die aufstrebenden Wohn- und Arbeitsplatzgebiete Limmattal und Zürich-Nord/Glattal verbindet.

In den Hauptverkehrszeiten fährt die S 19 weiter bis nach Pfäffikon ZH sowie Koblenz AG. Die neue S 21 entlastet gemäss ZVV in den Hauptverkehrszeiten die stark befahrene Strecke zwischen Regensdorf und Zürich HB im Viertelstundentakt.

Die S 24, die von Zug nach Oerlikon führt, wird weiter nach Winterthur und einmal pro Stunde nach Schaffhausen verlängert. Sie bietet damit einen Anschluss an den Flughafen Zürich. Die S 14, bisher zwischen Hinwil und Zürich HB unterwegs, fährt neu bis ins Knonaueramt.

Am HB Zürich werden auch andere S-Bahn-Linien neu verknüpft. So fährt die S 5 aus dem Oberland kommend nicht mehr weiter nach Niederweningen beziehungsweise Rafz, sondern neu ebenfalls ins Knonaueramt und bis nach Zug. Andererseits verkehrt die S 9 aus Uster nicht mehr ins Knonaueramt, sondern neu über Bülach nach Schaffhausen.

Starke Auswirkungen auf den Busverkehr

Mit dem Fahrplanwechsel werden auch die Fahrzeiten auf den einzelnen S-Bahn-Linien überarbeitet. Damit sollen die Zuverlässigkeit und die Pünktlichkeit verbessert werden, sodass die Fahrpläne und insbesondere die Anschlüsse auch in den Hauptverkehrszeiten besser eingehalten werden können, wie der ZVV schreibt. Dies führe auf gewissen Strecken zu leicht längeren Fahrzeiten.

Aufgrund der veränderten Fahrpläne wird das Angebot auf knapp 150 Linien verändert. Besonders betroffen sind laut ZVV die Buslinien in den Regionen Unterland, Knonaueramt, Limmattal, Furttal und Pfäffikon. So ändern beispielsweise im Knonaueramt und im Limmattal jeweils bis auf eine Ausnahme sämtliche Buslinien.

Stark ausgebautes Postautoangebot

Neue Linienführungen, häufigere Abfahrten und stabilere Anschlüsse: Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember erneuert auch die Postauto AG ihr Liniennetz in der Region Zürich von Grund auf. Insbesondere sollen die Anschlüsse an den Bahnhöfen verbessert werden.

Der Fahrplanwechsel werde die grösste Anpassung seit Einführung des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) bringen, schreibt Postauto AG in einer eigenen Mitteilung. Viele S-Bahn-Achsen erhielten neue Liniennummern und dichtere Fahrpläne.

Die vielen geplanten Änderungen bei den S-Bahnen habe Postauto AG zum Anlass genommen, das eigene Liniennetz grundlegend zu überprüfen und das Angebot in einem grossen Erneuerungsschritt an die veränderten Mobilitätsbedürfnisse anzupassen.

Bessere Anschlüsse

So wurde mit dem ZVV vereinbart, dass jährlich über 10 Millionen Franken mehr als heute in den wachsenden Postautoverkehr investiert und das Postautoangebot um 22 Prozent ausgebaut wird. Dabei gehe es einerseits darum, Anschlüsse an die neuen Zugabfahrtszeiten herzustellen und auf gut ausgelasteten Linien das Angebot zu verdichten.

Laut Postauto Region Zürich gelten vielerorts immer noch Fahrpläne von 1990, als der ZVV gegründet wurde. Seither habe es ein starkes Wachstum gegeben bei den Fahrgästen, den Billettverkäufen sowie bei der Anzahl Haltestellen. Zugleich hätten jedoch Beeinträchtigungen durch das allgemeine Verkehrswachstum zugenommen.

Neue 5-Minuten-Regel

Aus diesem Grund sei es notwendig, dass die Fahrzeiten der Postautos und die Umsteigezeiten angepasst und verlängert werden. «Postauto will, dass die Fahrgäste ihren Bahnhof und die Anschlüsse pünktlich erreichen und nicht rennen müssen», heisst es in der Mitteilung.

Dank einer neuen 5-Minuten-Regel können Zugverspätungen von bis zu fünf Minuten abgewartet werden, ohne Folgeanschlüsse zu gefährden. Zudem werden die Postautos künftig auf verschiedenen Linien auch in Randzeiten von Montag bis Samstag durchgehend alle 30 Minuten fahren.

Verlierer im Knonaueramt

Die vielen Anpassungen sind auf einzelnen Linien auch mit Nachteilen verbunden. So sind etwa in Affoltern am Albis wegen des geänderten Bahnfahrplans nicht mehr gleichzeitig Zuganschlüsse nach Zürich und Zug möglich. Aufgrund der Fahrgastströme müsse Zürich priorisiert werden, was Verschlechterungen der Anschlüsse nach Zug mit sich bringe, heisst es in der Mitteilung.

Bis zum 29. März sind die Fahrplanentwürfe aller ZVV-Bahn- und Buslinien mit den Änderungen auf www.zvv.ch abrufbar. Alle Interessierten können bis zum 31. März an die Gemeinde eine schriftliche Eingabe machen. (pu/sda)

Erstellt: 12.03.2015, 17:26 Uhr

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