Als ein Krokodil im Zürichsee für Aufregung sorgte

Der im Hallwilersee gesichtete Kaiman erinnert an eine Geschichte vom Zürichsee, in der ein echtes Reptil vorkommt.

Beim Krokodil im Zürichsee handelte es sich um ein 1,40 Meter langes und 11 Kilogramm schweres Stumpfkrokodil. Symbolbild: PD/Andreas März

Beim Krokodil im Zürichsee handelte es sich um ein 1,40 Meter langes und 11 Kilogramm schweres Stumpfkrokodil. Symbolbild: PD/Andreas März

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Im Hallwilersee soll ein Kaiman leben. Diese Meldung machte am Dienstag die Runde in den Schweizer Medien. Demnach hat ein Fischer zwischen dem aargauischen Beinwil und dem luzernischen Mosen beobachtet, wie das rund eineinhalb Meter lange Reptil an der Wasseroberfläche eine Ente erbeutet habe und danach weggeschwommen sei.

Bei älteren Seemaitli und Seebuebe löst diese Nachricht das Gefühl aus des «da war doch auch mal was am Zürichsee». Tatsächlich findet sich im Archiv der Zürichsee-Zeitung (ZSZ) in der Ausgabe vom 10. Dezember 1980 ein Bericht über ein Krokodil im Zürichsee vor Wädenswil. Darin heisst es: «Eine grosse Überraschung haben Taucher im Zürichsee erlebt, sie fanden in einer Tiefe von knapp drei Metern ein Krokodil, das allerdings tot war.»

Aus der «Zürichsee-Zeitung» vom 10. Dezember 1980.

Woher das 1,40 Meter lange und 11 Kilogramm schwere Stumpfkrokodil stammte, wurde nie geklärt. Ein Experte mutmasste damals, dass das im westlichen Afrika heimische Reptil unsachgemäss und vermutlich illegal ohne Bewilligung von einer Privatperson gehalten wurde. Ob das Tier tot oder lebendig in den Zürichsee gelangte, liess sich auch nicht mehr schlüssig beantworten.

Entsorgen ist tödlich

Der Küsnachter Zoologe Christian Schmidt kennt viele Fälle von exotischen Tieren, die in freier Natur in der Schweiz und in Deutschland aufgefunden werden. «In der Regel handelt es sich um Tiere, die den Haltern zu gross wurden.» Weil sie ihrer überdrüssig sind, würden sie durch Aussetzen ihrem Schicksal überlassen werden. Meist komme dies einer Entsorgung mit tödlichem Ende gleich. Stumpfkrokodile zum Beispiel würden - im Gegensatz zu Alligatoren - den Winter in der Schweiz nicht überleben, erklärt Schmidt.

In der ZSZ vom 10. Dezember 1980 findet sich übrigens noch ein zweiter Exot. Vor dem Rapperswiler Hafen wurde ein Flamingo im seichten Wasser stehend fotografiert. Kurz zuvor war der rosafarbene Vogel bereits bei der Insel Ufenau gesichtet worden. Der Flamingo hatte also keine gestutzten Flügel wie dies in Gefangenschaft üblich ist und flugfähig. Daher war er wohl ein zufälliger Gast, der bald wieder verschwand.

Erstellt: 18.07.2019, 10:32 Uhr

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