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Schaffhausen-Fans rufen zu Gewalt gegen Frauen auf

Ein Banner beim Match auf der Schützenwiese sorgt für Empörung. Die Polizei hat ein Verfahren eingeleitet. Und auch die Liga wird aktiv.

«Winti Fraue figgä und verhaue»: Die Worte seien eine Reaktion auf ein Banner der Winterthurer Fans. Bild: Sarah Akanji, Twitter
«Winti Fraue figgä und verhaue»: Die Worte seien eine Reaktion auf ein Banner der Winterthurer Fans. Bild: Sarah Akanji, Twitter

Ein Banner mit den Worten «Winti Fraue figgä und verhaue» im Derby zwischen dem FC Schaffhausen und dem FC Winterthur am Sonntag sorgt für Empörung. Anhänger des FC Schaffhausen hielten in der zweiten Halbzeit das Transparent im Stadion Schützenwiese in Winterthur hoch und sorgten damit für einen Skandal, wie 20min.ch berichtet.

Damit sollen sie auf einen Banner der Winterthurer Fans reagiert haben. Diese hatten auf ein Transparent geschrieben, dass die Frauenmannschaft von Winterthur mehr Fans habe als der FC Schaffhausen. Die Fans des FC Winterthur reagierten noch während des gestrigen Spiels wiederum mit einem eigenen Banner, auf dem sie sich gegen Sexismus aussprachen.

Fans des FC Winterthur reagierten schnell mit einem eigenen Banner. Bild: PD/Christoph Schneider
Fans des FC Winterthur reagierten schnell mit einem eigenen Banner. Bild: PD/Christoph Schneider

Die Polizei hat wegen des Transparents der Schaffhausen-Fans ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das schreibt die Stadtpolizei in einer Medienmitteilung. Die Stimmung zwischen den Fangruppen sei aufgeheizt gewesen, es sei immer wieder zu kleineren Provokationen gekommen. Nach dem Spiel hat die Polizei Pfefferspray und Gummischrot eingesetzt.

Auch die Swiss Football League (SFL) hat wegen des Banners ein Verfahren eröffnet. Sexismus, Rassismus und jede Form von Diskriminierung hätten im Schweizer Fussball nichts zu suchen, wird CEO Claudius Schäfer in der Medienmitteilung der SFL zitiert. Der Fall sei an die Disziplinarbehörden weitergeleitet worden. Schäfer fordert eine rigorose Sanktionierung der Aktion.

Der FC Winterthur schreibt auf Facebook, man könne und wolle nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und prüfe deswegen unter anderem rechtliche Schritte.

Auch der FC Schaffhausen verurteilt die Aktion «einiger Anhänger des Vereins» in einer Medienmitteilung «aufs Schärfste». Der Verein distanziere sich in aller Form von Diskriminierung, Gewalt und Sexismus. Es fänden jetzt Gespräche mit den involvierten Personen und Fanverantwortlichen statt.

Entschuldigung der Schaffhauser Bierkurve

Die Schaffhauser Fans haben sich in der Zwischenzeit auf Facebook gemeldet. So schreibt die Bierkurve Schaffhausen: «Dass unser Spruchband auf extreme Art und Weise provoziert, war jedem klar, der daran beteiligt war.» Zudem soll in den Tagen vor dem Derby diskutiert worden sein, ob man es wirklich bringen möchte oder nicht.

Die Fans halten aber fest: «Es sollte nur eine Provokation sein. Bei uns ist niemand frauenfeindlich oder gar gewalttätig gegenüber Frauen.» Zum Schluss entschuldigen sich die Fans bei allen , die sich durch das Transparent angegriffen gefühlt haben: «Es war ein wenig unüberlegt beziehungsweise nicht bis zu Ende gedacht.»

Die SP-Kantonsrätin und FCW-Spielerin Sarah Akanji zeigt sich schockiert. Sexismus habe weder im Stadion noch sonst wo auf der Welt Platz. Und auch die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) äussert sich auf Twitter: «Das ist ein klarer Aufruf zur Gewalt gegen Frauen. Da reicht eine Entschuldigung nicht mehr.» Sie fordert den Club auf, weitergehende Massnahmen zu ergreifen, «um solches für ein und allemal zu verhindern».

Ihre Regierungsratskollegin Natalie Rickli (SVP) unterstützt Fehrs Aussage – und ergänzt, dass das Banner strafrechtliche Konsequenten haben müsse.

Auch Toja Rauch, Spielerin beim FC Winterthur, reagiert auf Facebook: «Das ist purer, gewalttätiger Sexismus. Ihr solltet euch schämen.» Sie fügt an: «Das Einzige, was ihr damit auslöst, ist eine noch stärkere Winterthurer Fangemeinschaft gegen Gewalt und Rassismus. Well done, you idiots!»

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