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Anklage gegen Carlos wegen angeblicher Bedrohung

Gegen den jugendlichen Straftäter ist Anklage erhoben worden. Er soll einen Mann mit einem Messer bedroht haben. Carlos wehrt sich gegen die angeordnete Sicherheitshaft.

Carlos liegt auf seinem Bett in der einer betreuten Wohneinrichtung in Reinach BL: Screenshot aus der Sendung «Reporter» vom 25. August 2013. Quelle: SRF/Keystone
Carlos liegt auf seinem Bett in der einer betreuten Wohneinrichtung in Reinach BL: Screenshot aus der Sendung «Reporter» vom 25. August 2013. Quelle: SRF/Keystone

Der unter dem Pseudonym Carlos landesweit bekannt gewordene 19-jährige Straftäter sitzt seit Ende Oktober 2014 in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat am 27. März beim Bezirksgericht Dietikon Anklage wegen Drohung und weiterer Delikte eingereicht, wie Corinne Bouvard, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft, gegenüber dem TA erklärte. Der Staatsanwalt verlangt für Carlos eine unbedingte Freiheitsstrafe von elf Monaten. Die Strafe soll zugunsten einer ambulanten Therapie aufgeschoben werden. Wann der Prozess stattfindet, ist noch offen.

Interessant dabei: Carlos ist nach Abschluss der Untersuchung Ende März nicht aus der U-Haft entlassen worden. Der Staatsanwalt hat Antrag auf Sicherheitshaft gestellt. Diese ist vom Zwangsmassnahmengericht Dietikon für drei Monate bewilligt worden. Begründet wird die Haftverlängerung mit Wiederholungsgefahr. Dagegen hat Carlos’ Anwalt Beschwerde beim Obergericht erhoben, der Fall ist noch hängig. Wie ein Sprecher sagt, wird das Obergericht innert Wochenfrist darüber entscheiden, ob Carlos im Gefängnis bleibt oder auf freien Fuss kommt.

20 Zentimeter langes Messer

Carlos wird in drei Punkten angeklagt: Drohung, Hinderung einer Amtshandlung sowie mehrfache Sachbeschädigung. Die beiden ersten Vorwürfe betreffen einen Vorfall vom 28. Oktober 2014 im Kreis 4. Carlos befand sich an diesem Nachmittag bei dem Haus an der Lang­strasse 80, vis-à-vis dem Kiosk Lollypop. Dabei geriet er offenbar in Streit mit einem Mann auf der anderen Strassenseite. Laut Anklageschrift überquerte Carlos die Strasse mit einem Messer von 20 Zentimeter Gesamtlänge in der Hand. Carlos wandte sich in lautem und aggressivem Tonfall an den Spanisch sprechenden Mann, der aber nichts verstand. Der Mann rannte aufgrund «der drohenden Geste» davon und floh in den Hinterhof beim Lollypop-Kiosk. Carlos versperrte ihm den Weg und redete während circa fünf Minuten lautstark und aggressiv auf den Mann ein, der mit einem Abstand von vier bis zwölf Metern vor ihm stand. Dabei hielt Carlos die ganze Zeit das Messer in der Hand, «den Arm am Oberkörper entlang nach unten haltend», wie es in der Anklageschrift heisst.

Carlos soll dem Mann gesagt haben, dass er zwei Kollegen anrufen und in zwei Stunden wieder zurückkommen werde, «wobei diese Ankündigung das Einzige war, was der Spanisch sprechende Geschädigte verstanden hatte». Der Mann soll zu seiner Verteidigung im Hinterhof ein armlanges Eisenrohr ergriffen und zudem einen Pfefferspray bei sich gehabt haben. Einige Minuten später erschien die alarmierte Stadtpolizei. Carlos floh durch die nahe Bäckeranlage, bis ihn die Polizisten an der Kreuzung Engel-/Kanzleistrasse verhaften konnten.

Die ebenfalls eingeklagte Sachbeschädigung soll Carlos Anfang 2014 im Massnahmenzentrum Uitikon verübt haben. Er hatte in verschiedenen Zellen randaliert und dabei einen Schaden von knapp 9000 Franken verursacht.

Sondersetting erfolglos beendet

Ein monatlich 19'000 Franken teures Sondersetting mit 24-Stunden-Betreuung für Carlos war von der Jugendanwaltschaft Ende September 2014 beendet worden, weil es «keine erzieherischen und therapeutischen Wirkungen» mehr entfaltete – vier Wochen später fand der Vorfall im Kreis 4 statt.

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