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Anzeige gegen Richard Wolff eingereicht

Mehrere Demonstranten, die sich auf einem Polizeiposten nackt ausziehen mussten, werfen dem Zürcher Polizeivorsteher und seinen Leuten Machtmissbrauch vor.

Hat nach dem Vorfall selbst eine Erklärung von den involvierten Polizisten verlangt: AL-Stadtrat Richard Wolff. Bild: Reto Oeschger
Hat nach dem Vorfall selbst eine Erklärung von den involvierten Polizisten verlangt: AL-Stadtrat Richard Wolff. Bild: Reto Oeschger

Fünf Demonstranten, die im vergangenen September gegen den christlich-konservativen «Marsch fürs Läbe» auf die Strasse gingen, haben Anzeige gegen die Stadtpolizei Zürich eingereicht. Sie richtet sich direkt gegen Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) sowie gegen den Polizeikommandanten und den Einsatzleiter. Eingereicht haben sie vier Frauen und ein Mann, die sich am 19. September 2015 auf dem Polizeiposten nackt ausziehen und durchsuchen lassen mussten.

Wie ihre Anwältin Noëmi Erig gestern Montag in der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» sagte, gab es für eine Leibesvisitation keine gesetzliche Grundlage. Es sei deshalb klar, dass die Polizei ihre Macht missbraucht habe. Die Anzeigen lauten auf Machtmissbrauch, Nötigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung, weil die Demonstranten über längere Zeit festgehalten wurden.

Stadtrat kritisierte Einsatz bereits

Der Stadtrat teilt die Ansicht, dass die Leibesvisitationen zu weit gingen: In einer Antwort auf eine gemeinderätliche Anfrage schrieb er Mitte November 2015, dass die Durchsuchungen in zahlreichen Fällen unverhältnismässig gewesen seien.

Der Verein «Marsch fürs Läbe» tritt kompromisslos gegen Abtreibung und für das Recht auf Leben ein. Jeden Herbst ruft er zu einer Kundgebung in Zürich auf, zu der auch kirchliche Würdenträger eingeladen werden. Im September 2015 hatte der Zürcher Weihbischof Marian Eleganti einen Auftritt.

SDA/hub

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