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Asbestvorfall: Die Gefahrenlage wurde falsch eingeschätzt

Bei einer Zivilschutzübung von Schutz und Rettung Zürich, bei der die Einsatzkräfte mit Asbest in Kontakt kamen, hat das zuständige Kader im Vorfeld zu wenig Abklärungen getroffen.

Das ehemalige Schrebergartenareal Pfingstweid ist asbestverseucht. Dies haben Untersuchungen ergeben. (Bild 28. Dezember 2012)
Das ehemalige Schrebergartenareal Pfingstweid ist asbestverseucht. Dies haben Untersuchungen ergeben. (Bild 28. Dezember 2012)
Pascal Unternährer
Zivilschützer hätten das Areal im September 2012 räumen sollen. Doch als ruchbar wurde, dass zerlegte Eternitplatten Asbest enthalten, weigerten sich einige, weiterzuarbeiten. (Bild: 27. September 2012)
Zivilschützer hätten das Areal im September 2012 räumen sollen. Doch als ruchbar wurde, dass zerlegte Eternitplatten Asbest enthalten, weigerten sich einige, weiterzuarbeiten. (Bild: 27. September 2012)
Doris Fanconi
Der Quartierpark sollte bis 2013 realisiert werden. Wie stark die Planung durch den Asbestfall durcheinandergebracht wird, steht noch nicht fest.
Der Quartierpark sollte bis 2013 realisiert werden. Wie stark die Planung durch den Asbestfall durcheinandergebracht wird, steht noch nicht fest.
Tiefbau- und Entsorgungsamt der Stadt Zürich
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Schutz und Rettung Zürich legte heute Dienstag das Ergebnis einer von ihr in Auftrag gegebenen, unabhängigen Untersuchung der Abläufe einer Zivilschutzübung im September 2012 vor. Damals wurden «im Sinne einer realitätsnahen Übungsanlage» auf dem Familiengartenareal Pfingstweid alte Gartenhäuschen abgebrochen und zerlegt, wie es in der Mitteilung heisst. Dabei wurden auch Dachplatten aus Eternit mit Baggern abgebrochen und mit Walzen zerdrückt oder zerrissen, wodurch krebserregender Asbest freigesetzt wurde.

Eine Administrativuntersuchung des Vorfalls durch eine unabhängige Rechtsanwältin hat nun ergeben, dass die zuständigen Kader des Zivilschutzes die Gefahrenlage teilweise falsch eingeschätzt hatten. So seien zu wenig Abklärungen zur Frage von möglichen Asbestvorkommen und zum Umgang mit asbesthaltigen Materialien getroffen und teilweise nicht genügend geeignete Arbeitsmittel eingesetzt worden. Auch machte sie bei ihren Untersuchungen der Abläufe organisatorische Mängel und Schwächen in der Führung aus. Diese seien teilweise «durch nicht eingerückte Zivilschutzkader aus dem Kreis der Zivilschutzpflichtigen» bedingt.

Dass aufgrund der freigesetzten Asbestmengen eine Erkrankung der betroffenen Zivilschutzangehörigen erfolge, sei jedoch «sehr unwahrscheinlich». Zu diesem Schluss kommt ein zweites Gutachten, das von der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva) erstellt wurde. Die Betroffenen seien über das Resultat der Untersuchung informiert, teilt Schutz und Rettung mit. Es sei ihnen auch die Möglichkeit eingeräumt worden, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Davon sei jedoch nur vereinzelt Gebrauch gemacht worden, heisst es weiter.

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