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«Asylhotel» am See soll Minderjährige beherbergen

Platz für 90 Jugendliche: Die Verantwortlichen informieren über den befristeten Betrieb eines Heims für Asylsuchende im ehemaligen Altersheim am See in Zollikon.

Das Alters- und Pflegeheim an der Seestrasse ist in die Jahre gekommen.
Das Alters- und Pflegeheim an der Seestrasse ist in die Jahre gekommen.
Manuela Matt/ZSZ

Die Gemeinde Zollikon hat mit dem kantonalen Sozialamt der Sicherheitsdirektion und der Fachorganisation AOZ (Asylorganisation Zürich) die Eckwerte für den Betrieb eines auf zwei Jahre befristeten MNA-Zentrums im ehemaligen Pflegezentrum «Am See» in Zollikon festgelegt.

Die Einrichtung im ehemaligen Pflegeheim werde ab Sommer dieses Jahres rund 90 unbegleitete minderjährige Asylsuchende , sogenannte «MNA» Mineurs Non Accompagnées, im Alter von 12 bis 17 Jahren aufnehmen, schreiben die Verantwortlichen in einer gemeinsamen Mitteilung. Betrieben wird das Zentrum im Auftrag des kantonalen Sozialamtes durch die Stadtzürcher Fachorganisation AOZ, die für den Kanton bereits das MNA-Zentrum Lilienberg in Affoltern am Albis sowie weitere MNA-Einrichtungen in Zürich und Wiesendangen führt.

Bewohner ziehen bald aus

In zwei Wochen zügeln die rund 90 Bewohner der beiden bisherigen Zolliker Altersheime WPZ Beugi und «am See» in das neue Zentrum Blumenrain. Bereits im Juni 2015 hatten die Zolliker Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung den Verkauf der Liegenschaft am See beschlossen. Dieser ist zurzeit durch eine Beschwerde aus der Zolliker Bevölkerung blockiert. Um einen Leerstand zu vermeiden, hat sich der Gemeinderat für die auf zwei Jahre befristete Zwischenlösung entschieden.

Die Asylsuchenden Kinder und Jugendlichen werden in Zollikon von Sozialpädagogen im Bezugspersonensystem betreut. Sie werden in Zimmern von zwei bis vier Personen zusammenwohnen. Die Betreuung der Jugendlichen ist rund um die Uhr sichergestellt. Das detaillierte Betriebs- und Betreuungskonzept wird zurzeit erarbeitet. Schon jetzt stehe aber fest, dass die Jugendlichen und Kinder wie in den bestehenden Einrichtungen dieser Art gemeinsam kochen und in den Betrieb des Zentrums eingebunden sind, schreiben die Verantwortlichen. Die AOZ wird mit ihnen auch Freizeitaktivitäten und Projekte durchführen.

Aufnahmeklassen vom Kanton bezahlt

Die AOZ hebt im schreiben die verschiedenen Engagements von Zolliker Organisationen hervor, wie sie bereits mit den Bewohnern des Durchgangszentrum Buechholz stattgefunden hätten. Geschult werden die Kinder und Jugendlichen in sogenannten Aufnahmeklassen, dies in fünf im Zentrum selber eingerichteten Klassenräumen. Die Verantwortung für allfällige baulich notwendige Anpassungen, Unterhalt, Betrieb und Organisation des Schulunterrichts sowie sämtliche Kosten trägt der Kanton.

Vor der Eröffnung des Zentrums erhalten interessierte Zolliker die Möglichkeit, sich an einer öffentlichen Veranstaltung über den Betrieb zu informieren. Das Datum werden Kanton und Gemeinde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.

Wellen hat das geplante Asylheim in den vergangen Tagen vorallem deshalb geschlagen, weil der ehemalige SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli in einem Text in der «Weltwoche» angedeutet hatte, das Altersheim am See müsse wegen der Flüchtlinge geräumt werden.

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