Aufstehen – und weitermachen!

Der Test mit dem Grundeinkommen ist am Geld gescheitert. Nun braucht es eine Prise Silicon Valley.

Hier hätte das bedingungslose Gruneinkommen eingeführt werden sollen: Rheinau. Foto: Christian Beutler (Keystone)

Hier hätte das bedingungslose Gruneinkommen eingeführt werden sollen: Rheinau. Foto: Christian Beutler (Keystone)

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Natürlich war das Vorhaben gutgläubig. Eine Gruppe euphorischer Menschen um die Filmemacherin Rebecca Panian hoffte auf das lockere Portemonnaie der Schweizerinnen und Schweizer. Sie sollten nicht weniger als 6 Millionen Franken spenden. Das Geld wäre für ein Experiment mit dem bedingungslosen Grundeinkommen bestimmt gewesen. Dieses hätte ein Jahr lang eine kleine Zürcher Gemeinde durcheinandergewirbelt – und vielen anderen vielleicht nie etwas genützt. So ist von den 6 Millionen über das öffentliche Crowdfunding nur ein Bruchteil von rund 150'000 Franken zusammengekommen. Fast schon lächerlich wenig. 

Auch die Kritik am Rheinauer Experiment kam früh und laut. Es reiche nicht, nur ein Jahr lang 2500 Franken auszuzahlen. Die Finanzierung sei unmöglich, der Plan utopisch.

Doch das Thema bewegt. Schon vor der eidgenössischen Abstimmung 2016 haben die Schweizerinnen und Schweizer über das Grundeinkommen emotional und rege diskutiert. Rheinaus Gemeindepräsident Andreas Jenni wehrt sich deshalb, wenn man nun von einem Scheitern spricht. Sein Dorf hat Politik schon lange nicht mehr so gelebt, wie in den vergangenen Monaten. Die Rheinauerinnen und Rheinauer haben sich Gedanken über das Zusammenleben der Zukunft gemacht, haben diskutiert und sich offen gezeigt für ein einzigartiges Experiment.

Das Crowdfunding hat nicht gezündet. Die Botschaft, es lohne sich zu spenden, hätte sich innert Kürze in der Schweiz verbreiten sollen. Das geschah nicht. Trotzdem wäre es schade, gäbe die Initiantin Panian jetzt auf. Sie und ihr Team waren die Einzigen, die die Diskussion um das Grundeinkommen seit der Abstimmung am Köcheln hielten und das Projekt Rheinau starteten. Helfen könnte ihnen nun der viel gelobte Silicon-Valley-Spirit: scheitern, Fehler finden, es weiter versuchen und besser machen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.12.2018, 21:34 Uhr

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