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Bei den Zürcher Erdbeeren drohen Totalausfälle

Winzer, Obst- und Gemüsebauern wappnen sich mit Sprühanlagen und Fackeln gegen den Frost. In den nächsten Nächten wird es bitterkalt.

Weisser Schutz gegen den Frost: Portugiesische Gastarbeiter bedecken ein Erdbeerfeld in Landquart mit Vlies. Archivbild: Keystone/Arno Balzarini
Weisser Schutz gegen den Frost: Portugiesische Gastarbeiter bedecken ein Erdbeerfeld in Landquart mit Vlies. Archivbild: Keystone/Arno Balzarini

Die Kälte ist zurück. Nach einem überdurchschnittlich warmen Frühlingsbeginn soll es in den nächsten Tagen bis ins Flachland schneien. In der Nacht werden im Kanton Zürich Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erwartet. Am tiefsten fällt das Thermometer am Freitagmorgen.

Das kann zur Gefahr für die Gemüse-, Obst- und Rebkulturen werden, wie die letzten Jahre gezeigt haben. Besonders in diesem Jahr, denn dieses sei speziell, weil viele Nutzpflanzen der Zeit voraus sind, sagt Ferdi Hodel, Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands – um etwa zwei Wochen. Das hänge mit den bisher hohen Temperaturen zusammen: «Bis auf die ausgeprägte Trockenheit hatten wir bis jetzt äusserst gute Bedingungen.»

Im Zürcher Weinland und in der Region Winterthur seien die Obst- und Gemüsekulturen besonders gefährdet, sagt Hodel. Die schwierigste Phase ist die Zeit während und nach der Blüte, wenn der Fruchtansatz entsteht. Wenn dieser vereist, kann es zu Ausfällen kommen.

«Ich habe gesehen, dass schon ganze Erdbeerfelder in der Blüte standen», erzählt etwa Heinz Höneisen, Co-Präsident des Vereins der Biobauern Zürich & Schaffhausen und Landwirt aus Andelfingen. «Wenn es zu drei aufeinanderfolgenden Frostnächten kommen sollte, ist bis zum Totalausfall alles möglich.»

Mit Sprühregen und Fackeln gegen den Frost

Dagegen versuchen sich viele Landwirte zu wappnen. Kulturen am Boden wie Erdbeeren können mit einem Vlies abgedeckt werden, um die Kälte möglichst fernzuhalten. Ausserdem wird das Obst zum Teil mit Wasser berieselt, das eine Frostschicht auf der Pflanze hinterlässt. Diese Methode mutet etwas eigenartig an, will man doch genau den Frost bekämpfen. Wie bei der Abwärme eines Kühlschranks entsteht auch im Gefrierprozess im Freien Wärme, welche die Früchte schützt.

Eindrücklich waren im vergangenen Jahr die Bilder von Feldern in Graubünden, die mit sogenannten Frostkerzen geschützt wurden.

Die Winzer sorgen sich um ihre Reben: Am Donnerstagmorgen sanken die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt. (28. April 2016)
Die Winzer sorgen sich um ihre Reben: Am Donnerstagmorgen sanken die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt. (28. April 2016)
Gian Ehrenzeller, Keystone
Einige Winzer behalfen sich deshalb mit sogenannten Frostkerzen, wie etwa hier in Fläsch in der Bündner Herrschaft. (28. April 2016)
Einige Winzer behalfen sich deshalb mit sogenannten Frostkerzen, wie etwa hier in Fläsch in der Bündner Herrschaft. (28. April 2016)
Gian Ehrenzeller, Keystone
Andere Winzer behalfen sich mit Vlies, das sie über die Reben spannten, oder organisierten einen Helikopter, der über die Rebberge flog und so die wärmeren, höheren Luftschichten mit den tieferliegenden, kälteren vermischte.
Andere Winzer behalfen sich mit Vlies, das sie über die Reben spannten, oder organisierten einen Helikopter, der über die Rebberge flog und so die wärmeren, höheren Luftschichten mit den tieferliegenden, kälteren vermischte.
Gian Ehrenzeller, Keystone
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Dieses Mittel wird auch von Bauern im Kanton Zürich eingesetzt, um bei Weinreben oder Obstbäumen lokal für Wärme zu sorgen. «Ich habe gehört, dass die Frostkerzen zum Teil schon ausverkauft sind», sagt Höneisen.

Auch auf dem Balkon wird es kalt

Was für die Bauern gilt, gilt auch für Hobbygärtner: Frost kann den liebevoll gepflegten Pflanzen zusetzen. Auch Gartencenter verkaufen Vliese, welche diese schützen. Der Basilikumtopf auf dem Balkon könne aber auch einfach für ein paar Nächte in die Wohnung genommen werden, sagt Andrin Pescatore von VEG and the City. «Das schadet den Pflanzen nicht und schützt sie effektiv vor der Kälte.»

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