Beinahe-Zugkollision in Thalwil

Der Lokführer eines Personenzugs bremste gerade noch rechtzeitig, als er sah, dass das Bahngleis noch besetzt war.

Vor der Einfahrt in den Bahnhof Thalwil stand ein Baustellenzug im Weg. Archivbild: Heinz Diener

Vor der Einfahrt in den Bahnhof Thalwil stand ein Baustellenzug im Weg. Archivbild: Heinz Diener

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Am frühen Morgen des 14. Mai 2019 ist es um 4.52 Uhr kurz vor dem Bahnhof Thalwil zu einer brenzligen Situation gekommen. Ein SBB-Personenzug war zwischen Zug und Zürich unterwegs. Nach dem Bahnhof Horgen Oberdorf gab die Fahrdienstleiterin aus der Zentrale dem Lokführer die zuvor gesperrte Strecke frei mit dem Zusatz «Fahrt auf Sicht». Das bedeutet: Höchstgeschwindigkeit 40 km/h.

Der Schnellzug bewegte sich Richtung Thalwil, als der Lokführer sah, dass «sein» Gleis von einem Rangierzug belegt war. Er bremste rechtzeitig, niemand wurde verletzt.

Baustellenfahrzeug ging «vergessen»

In dieser Nacht wurden auf der Strecke Gleise ersetzt. Auf dem zweiten Gleis stand eine Rangierkomposition mit zwei Lokomotiven und sechs Güterwagen, um die alten Gleise abzutransportieren. In der Regel gibt ein Sicherheitschef der Bauleute der Leitzentrale durch, sobald die Strecke frei ist. Aus der Zentrale erfolgt das Okay an die Lokführer.

Doch am 14. Mai ist etwas schief gelaufen, zum Glück ohne Folgen. Trotzdem will die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) Genaueres wissen und hat deshalb eine Untersuchung eröffnet.

Unfall mit Verletzten auf Fonduefahrt

Der Vorfall in Thalwil erinnert an einen Unfall im Februar 2016, der aber nicht so glimpflich ausgegangen ist. Bei einer Oldtimerfahrt mit Fondueplausch prallte der Zug in Sihlbrugg in ein Baustellenfahrzeug, das vergessen gegangen war. Die Geschwindigkeit betrug laut Zeugen rund 25 km/h.

Der Nostalgiezug entgleiste. 16 Personen wurden verletzt, zwei von ihnen mittelschwer. Einer der beiden Lokomotivführer versuchte, vor dem Aufprall vom fahrenden Zug zu springen und verletzte sich an der Schulter. Der Schaden betrug rund 500'000 Franken.

Erstellt: 20.06.2019, 11:28 Uhr

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