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Jungpolitiker fürs Präsidium der Zürcher SVP nominiert

Der Vorstand hat entschieden: Benjamin Fischer soll die Zürcher Kantonalpartei präsidieren.

Ruedi Baumann
Benjamin Fischer an der Medienkonferenz in Wallisellen. (23. Dezember 2019) Bild: Dominique Meienberg
Benjamin Fischer an der Medienkonferenz in Wallisellen. (23. Dezember 2019) Bild: Dominique Meienberg

Nomen est omen: Benjamin Fischer, Jahrgang 1991, soll als jüngster Parteipräsident zumindest der letzten Jahrzehnte ausgerechnet in die Fussstapfen von Christoph Blocher und Ueli Maurer treten. Der 80-köpfige Parteivorstand hat heute Abend in Wallisellen den Betriebsökonomen und Kantonsrat aus Volketswil einstimmig als neuen Kantonalpräsidenten der Zürcher SVP vorgeschlagen. Fischer soll am 7. Januar von der Delegiertenversammlung für die nächsten vier Jahre gewählt werden. Namhafte Konkurrenz gab es keine.

Im Doktorhaus Wallisellen waren schon Nationalratslisten, Regierungsrätinnen und Ständeratskandidaten erkoren worden. Doch die Person des Präsidenten – eines Tätschmeisters, Antreibers, aber auch einer Integrationsfigur – sind für die Zürcher SVP womöglich wichtiger als die gängigen Topjobs einer politischen Karriere. Die Zürcher SVP hatte in den letzten beiden Wahlen massiv verloren.

Eklat um Alt-Präsident

Der bisherige Präsident Konrad Langhart war nach dem schlechten Abschneiden im Frühling auf Druck von Christoph Blocher zum Rücktritt gedrängt worden. Letzte Woche ist er gar aus der SVP ausgetreten. Und das unter Absingen wüster Lieder: Die Zürcher SVP sei zu polemisch und aggressiv und habe keine Rezepte gegen den Klimawandel. Das trägt nicht zur Ruhe in der Partei bei. Interimspräsident Patrick «Pudi» Walder (32), seit April zur allgemeinen Zufriedenheit im Amt, will nicht weitermachen und sich stattdessen auf seinen Beruf als Treuhänder konzentrieren.

Die Findungskommission unter Nationalrat Alfred Heer wurde mit Anmeldungen nicht überschwemmt. Aus der Nationalratsdelegation haben alle abgesagt. Auch Martin Hübscher, Fraktionschef im Kantonsrat, ist für den Job nicht zu haben. Das Amt eines Nationalrats war lange Zeit eine der Hauptanforderungen an den neuen Präsidenten. Fischer kennt als Präsident der Jungen SVP immerhin bereits die Mechanismen in Bern.

Fischer sei trotz seines jungen Alters gut vernetzt in der SVP, er habe Erfahrung im Umgang mit den Medien und – vor allem – er sei bereit «viel Zeit zu investieren in einen Knochenjob», sagt Alfred Heer. Fischer selber sagt: «Eine meiner Hauptaufgaben ist die Basisarbeit bei der Bevölkerung, in den Ortssektionen und vermehrt auch in den Städten und in der Agglomeration.» Zudem will Fischer im klimamässig links-grün dominierten Kantonsrat vermehrt mit Referenden eine Oppositionsrolle wahrnehmen.

Die Linken zahlen besser

Die Schwierigkeiten der SVP, einen Hochkaräter fürs Präsidium zu finden, hängt auch mit dem fehlenden Lohn zusammen. Interimspräsident Patrick Walder sagt: «Der Präsident der Zürcher SVP hat weder einen Lohn noch eine Entschädigung.» Walder hat in den letzten 8 Monaten bloss 400 Franken Spesen erhalten. Zeitlich hat Walder rund 100 Stunden pro Monat investiert, also über 50 Prozent. Auch FDP-Präsident Hans-Jakob Boesch investiert ein Arbeitspensum «von gegen 50 Prozent» für die Partei, Lohn ebenfalls null Franken, aber immerhin Spesen für Bahnreisen und Verpflegung.

Besser gehts den Linken: Die beiden SP-Co-Präsidenten Priska Seiler Graf und Andreas Daurù erhalten je 1300 Franken im Monat, Spesen inbegriffen. Die Grüne Präsidentin Marionna Schlatter erhält 1000 Fanken, inklusive Spesen. Schlatter investiert 15 bis 20 Stunden pro Woche. Bei der GLP ist das Präsidium bis jetzt unbezahlt, ab nächstem Jahr kann eine Entschädigung bis 10 000 Franken pro Jahr ausbezahlt werden.

Die SVP dagegen will nichts wissen von einer Bezahlung für Ämter. «Das hätte weitreichende Folgen bis in die Sektionen hinab und auch für all jene, die tatkräftig beim Plakatieren helfen und Veranstaltungen organisieren», sagt Noch-Präsident Patrick Walder.

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