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Betrügerische Mutter traf auf milde Richter

Eine Winterthurerin wurde bereits zum vierten Mal wegen Betrugs verurteilt. Das Obergericht gibt ihr aber noch eine allerletzte Chance.

Das Obergericht verzichtete darauf, die Frau und dreifache Mutter ins Gefängnis zu stecken. (Bild: TA/Urs Jaudas)
Das Obergericht verzichtete darauf, die Frau und dreifache Mutter ins Gefängnis zu stecken. (Bild: TA/Urs Jaudas)

Die 31-jährige Kosovarin aus Winterthur hatte in der Vergangenheit mit einem einfachen Trick ihr karges Haushaltsgeld von monatlich 200 Franken aufgebessert. Die dreifache Mutter und Hausfrau betrieb von zu Hause aus einen illegalen Handel mit Konzerttickets und Handys, indem sie auf Internet-Plattformen auf Suchinserate antwortete oder selber Gegenstände zum Verkauf anbot. Sie «verkaufte» Konzerttickets, SBB-Tageskarten, Smartphones und weitere Gegenstände, die sie gar nicht besass.

Die Frau war in der Vergangenheit schon dreimal mit Geldstrafen wegen dieser Betrügereien bestraft worden, gefruchtet hatten diese Verurteilungen aber nichts. Am heutigen Prozess vor dem Obergericht war sie wegen mehrfachen Betrugs angeklagt, verübt im Zeitraum zwischen Juli 15 und Juli 16 an 29 Personen mit einer Deliktsumme von 4100 Franken. Vom Bezirksgericht Winterthur war sie im letzten Sommer zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden.

Unter Tränen sagte sie den Oberrichtern, dass sie das nie mehr wiederholen würde. Sie habe das Geld für sich und die drei schulpflichtigen Kinder gebraucht. Weiter betonte sie, dass sie daran sei, die unbedingt ausgesprochene Geldstrafe abzustottern. Sie hat bereits zwei Drittel der insgesamt 9000 Franken zurückbezahlt. Der Vorsitzende erinnerte sie daran, dass sie schon früher «hoch und heilig» versprochen habe, nie mehr zu delinquieren, trotzdem sei sie immer wieder rückfällig geworden – einmal gar zwei Wochen nach der Einvernahme durch den Staatsanwalt. Es sei ihr auch deutlich gemacht worden, dass sie bei einem neuen Rückfall mit einer zu vollziehenden Gefängnisstrafe rechnen müsse.

U-Haft und Hausdurchsuchung

Ihr Verteidiger verlangte eine bedingte Geldstrafe. Seine Mandantin leide seit der letzten Verurteilung im vergangenen Sommer unter der Angst, ins Gefängnis zu müssen. Dies wäre für die Familie eine einschneidende Belastung. Die Hausdurchsuchung und die Nacht in Untersuchungshaft im November 2016 hätten bei der Frau nachhaltige Wirkung gezeigt. Erst dadurch seien ihr die Konsequenzen bewusst geworden. Die zuvor ausgesprochenen bedingten und unbedingten Geldstrafen habe sie nicht richtig erfassen können. Er sagte, dass der Ehemann auch das Haushaltsgeld auf monatlich 400 bis 500 Franken erhöht habe, nachdem er die Tragweite des ganzen Falls erkannt habe. Der Mann verdient 5400 Franken netto.

Die Frau traf auf milde Richter. Das Obergericht verurteilte sie zwar wie die Vorinstanz wegen mehrfachen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die Strafe wird aber nicht vollzogen. Zudem sprach das Gericht eine lange Probezeit von fünf Jahren aus. Der Vorsitzende betonte, dass dies die allerletzte Chance sei, und erwähnte, dass sich das dreiköpfige Gremium nicht einig war. Das Handy, die «Tatwaffe», bleibt eingezogen. Die Frau hat seit der Verhaftung im November 2016 keines mehr und darf nur das des Ehemanns benutzen.

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