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«Bitter enttäuscht» von Mini-Reform

Mit verhaltener Zustimmung, aber auch mit grosser Enttäuschung haben Verbände und Parteien auf die geplante Reform der Sekundarschule im Kanton Zürich reagiert.

Wird für die Korrekturen bei der Sekundarschule heftig kritisiert: Regierungsrätin Regine Aeppli.
Wird für die Korrekturen bei der Sekundarschule heftig kritisiert: Regierungsrätin Regine Aeppli.
Keystone

Der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) bemängelt, dass die nun geplanten «weichen Massnahmen» die strukturelle Diskriminierung nur wenig beeinflussen. Schwächere und sozial benachteiligte Schulkinder würden zu früh und zu starr selektioniert, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst.

Der Verband verlangt eine grundlegende Neugestaltung der Sekundarstufe I und plädiert für integrative Schulsysteme. Von einigen pragmatischen Schritten wie einer Zweiteilung mit Niveauunterricht, einer Abschaffung der C-Abteilungen und einer stärkeren Zusammenarbeit von Volksschule und Gymnasium könnten nach Einschätzung des VPOD breite politische Kreise überzeugt werden.

«Nullentscheid» der Bildungsdirektion

Auch der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) bedauert den «faktischen Nullentscheid» der Bildungsdirektion hinsichtlich der gegenwärtigen Modellvielfalt. Dies sei keine langfristig tragbare Lösung. Das Projekt «Chance Sek» habe seinen Anspruch nicht eingelöst. Nicht länger tolerierbar sei, dass rund 20 Prozent der Schulabgänger der Zürcher Sekundarstufe die Lernziele nicht erreichen.

Dies findet auch der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter des Kantons Zürich (VSL ZH). Zufrieden sei er jedoch mit der eingeschlagenen Richtung. Im Vordergrund stünden nun nicht mehr Strukturdiskussionen sondern die Leistungen der Schülerinnen und Schüler, die mit Kompetenzen ausgewiesen werden. Die Neuerungen sollten auf den Lehrplan 21 abgestimmt werden.

«Leicht ernüchternd» findet die CVP Kanton Zürich das Ergebnis von «Chance Sek». Die Harmonisierung auf inhaltlicher Ebene sei wichtig. Bedauerlich findet die Partei, dass keine Einigung auf ein Grundmodell der Sekundarstufe zustande gekommen ist. Positiv beurteilt die CVP die bessere Vergleichbarkeit der Zeugnisse.

Unterstützt wird die vom Bildungsrat eingeschlagene Richtung von der SP. Der Vorschlag beweise Augenmass und setze die Prioritäten richtig. Dass die Schulgemeinden weiterhin auch die Stufe Sek C führen können, ist aus Sicht der SP unproblematisch.

SDA/ep

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