Blochers Gratisblatt ist SVP-lastig

Christoph Blocher besitzt mehrere Gratiszeitungen, darunter die «Winterthurer Zeitung». Nach einer Analyse des Vereins für Medienvielfalt ist diese politisch klar positioniert.

Blocher hat sich ein Medienunternehmen aufgebaut und tritt in den Zeitungen als Autor in Erscheinung.

Blocher hat sich ein Medienunternehmen aufgebaut und tritt in den Zeitungen als Autor in Erscheinung. Bild: Raisa Durandi

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Wissenschaftler des Vereins für Medienvielfalt haben die «Winterthurer Zeitung» analysiert, seit diese dem SVP-Strategen Christoph Blocher gehört. Sie wollten herausfinden, wie sich die politische Gesinnung des Besitzers auf das Profil der Gratiszeitung auswirkt.

Das Fazit des Vereins: In der «Winterthurer Zeitung» gibt es «immer mehr Politik, vor allem immer mehr SVP», wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Untersucht wurden die Inhalte der «Winterthurer Zeitung» zwischen März 2017 und Dezember 2018, das sind nicht ganz hundert Ausgaben. Blocher hatte die Zeitung im September 2017 übernommen.

Mehr SVP vor den Wahlen

Im halben Jahr vor der Übernahme durch Blocher wurde die SVP lediglich in 4 Prozent der Artikel erwähnt, zwischen September 2017 und Dezember 2018 bereits in 30 Prozent der Artikel. Kurz vor den Stadt- und Gemeinderatswahlen in Winterthur vom 4. März 2018 erreichte die Parteipräsenz mit 62 Prozent Anteil einen Spitzenwert.

Die medialen Auftritte in der Gratiszeitung nützten der SVP in Winterthur jedoch wenig: Die Partei erlebte am Wahltag ein Debakel. Das Stimmvolk wählte ihren Bauvorsteher Josef Lisibach nach nur vier Jahren Amtszeit ab, im Gemeinderat verlor sie drei Sitze.

Wachsame Stadt Zürich

Interessant wird die Entwicklung der politischen Inhalte in der Stadt Zürich sein. Unlängst erwarb Christoph Blocher das Zürcher «Tagblatt», das jeweils die amtlichen Mitteilungen publiziert. SP-Stadtpräsidentin Corine Mauch beobachtet die Entwicklung der Gratiszeitung genau. Wie sie vor wenigen Wochen zum «Tagblatt» sagte, werde die Stadt darüber wachen, dass dieses Publikation politisch ausgewogen bleibe. Ansonsten steht seine Funktion als Amtsblatt auf dem Spiel – und damit eine wichtige Einnahmequelle.

Erstellt: 22.01.2019, 12:30 Uhr

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