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Böllerwerfer von Winterthur soll dem Verein die Busse bezahlen

Der FC Winterthur fordert nach einem Zwischenfall im Kantonsderby mehrere Tausend Franken Schadenersatz.

Von Petarde getroffen: FCW-Captain Patrik Schuler liegt nach dem Knall am Boden.
Von Petarde getroffen: FCW-Captain Patrik Schuler liegt nach dem Knall am Boden.
Walter Bieri, Keystone

Plötzlich knallte es auf dem Spielfeld. Ein Mann hat von der Gegentribüne aus während des Spiels des FC Winterthur gegen den FC Zürich am 13. Mai 2017 einen Böller geworfen. Dieser detonierte direkt neben FCW-Captain Patrik Schuler. Auf der Tribüne machten andere Fans den Böllerwerfer ausfindig und konnten ihn festhalten. Der Mann aus dem Winterthurer Umland gestand die Tat in einem Strafverfahren und wurde zudem mit einem Stadionverbot belegt, schrieb der «Landbote». Nun droht ihm eine weitere Strafe.

Die Zeitung «Landbote» berichtet, dass der FC Winterthur Geld von diesem Mann will: 11'900 Franken. So hoch war die Busse, die der FCW der Swiss Football League wegen des Zwischenfalls bezahlen musste, inklusive Verfahrenskosten. Der FCW mache Schadenersatz geltend und habe sich einen Rechtsbeistand genommen. Der Fall komme nun vor den Friedensrichter.

Sozialstunden aufgebrummt

«Das Fussballstadion ist das grösste Jugendhaus der Region. Die Jungen sollen auch einmal über die Stränge schlagen dürfen», wird FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli in der Zeitung zitiert. Mit der Schadenersatzforderung wolle man aber eine klare Botschaft senden, bei Gewalt gelte Nulltoleranz. Die Swiss Football League unterstütze das Vorhaben des FCW. Ein Urteil in diesem Fall könnte im Umgang mit Zwischenfällen richtungsweisend sein, schreibt der «Landbote».

Einen ähnlichen Fall gab es vor einigen Jahren im Umfeld des FC Zürich. FCZ-Fans warfen 2008 aus dem Gästesektor in Basel Pyrofackeln in andere Sektoren. Es folgte ein intensives juristisches Nachspiel. Es gab Schuldsprüche wegen Verstössen gegen das Sprengstoffgesetz und wegen Landfriedensbruchs. Ein kaufmännischer Angestellter erhielt eine bedingte Strafe, weil er sich unter anderem mit dem FC Zürich darauf geeinigt hatte, 200 Stunden soziale Arbeit zu leisten. Allerdings erst, nachdem der FCZ ihm eine Rechnung über fast 400'000 Franken zugestellt hatte – als Schadenersatz für zwei «Geisterspiele» ohne Zuschauer und eine Busse, die der FCZ vom Schweizerischen Fussballverband erhalten hatte. Der Mann bezahlte die Rechnung allerdings nicht und wurde vom FC Zürich betrieben. Schliesslich zog der Verein zugunsten der sozialen Arbeit die Geldforderung zurück.

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