Wohnungen über Museum brannten aus

Gestern Abend ist das Obergeschoss des Bergbaumuseums in Horgen in Flammen aufgegangen. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden beträgt mehrere hunderttausend Franken.

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Tout Horgen war gestern Donnerstagabend im Gemeindesaal im Schinzenhof versammelt, um über das Horgner Budget zu beraten. Plötzlich rannten ein paar Männer raus – es waren die Feuerwehrleute. Sie hatten einen Einsatzbefehl erhalten. Während der Gemeindeversammlung, um 20.30 Uhr, brannte es im Dachgeschoss einer lokalen Sehenswürdigkeit lichterloh. Des Bergbaumuseum im Ortsteil Käpfnach stand in Flammen.

Die Feuerwehren Horgen-Hirzel und Richterswil brachten das Feuer schnell unter Kontrolle, verletzt wurde niemand. Die Bewohner der Wohnungen oberhalb des Museums konnten das Gebäude unverletzt verlassen. Dieses ist aber derzeit nicht mehr bewohnbar. Die Brandursache ist noch unbekannt, der Sachschaden beträchtlich. Laut Mitteilung der Kantonspolizei Zürich beträgt er mehrere hunderttausend Franken.

Wie ein Augenschein am frühen Freitagmorgen zeigte, klafft im Dach ein Loch, doch scheint das Museum selbst im Erdgeschoss unbehelligt. Um 6 Uhr war die Feuerwehr immer noch im Einsatz.

Gebrannt haben die Wohnungen oberhalb des Museums. «Wir hatten Glück im Unglück», sagt Werner Klaus, Präsident des Bergwerkvereins. Abgesehen vom Schaden aufgrund des Löschwassers seien die Räumlichkeiten intakt. «Alle Museumsstücke sind unversehrt.» Weil eine Vereinsmitarbeiterin schnell reagiert hat und sich noch während des Brands mit dem Hausschlüssel zum Museum begeben hat, konnten die Feuerwehrleute sämtliche Kulturgüter abtransportieren und in Sicherheit bringen.

Grösstes Kohlebergwerk der Schweiz

Das kleine, aber feine Museum ist im ehemaligen Kohlemagazin an der Bergwerkstrasse untergebracht. In Käpfnach wurde seit dem 16. Jahrhundert Kohle abgebaut. Weil die Kohle stark schwefelhaltig und deshalb minderer Qualität ist, wurde sie vor allem in Krisenzeiten wie während der zwei Weltkriege abgebaut und kaum in privaten Haushalten verwendet.

Seit 1947 steht das Bergwerk still. Mit einer Stollenlänge von über 80 Kilometern war es das grösste der Schweiz. Seit den 1980er-Jahren kümmert sich der Bergwerkverein um den Erhalt des Bergwerks und um die Vermittlung der Geschichte. Am vergangenen Freitag, dem 4. Dezember, wurde wie jedes Jahr der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Mineure, gedacht.

Das Bergwerk und ein Teil der Stollenanlage steht den Besuchern offen. Ein 1,4 Kilometer langer Teil des Stollens kann befahren werden. Bisher haben über 200'000 Besucher auf mehr als 10'000 Führungen einen Einblick in den Horgner Untergrund erhalten.

Gemäss Vereinspräsident Klaus geht der Führungsbetrieb normal weiter. Heute Freitagmorgen um 8.30 Uhr fand bereits wieder eine Gruppenführung statt. Das ist möglich, wenn man die Stollenfahrt nur vom einen Ende des Stollens her durchführt, dessen Eingang gleich neben dem Museum ist. Die Museumsstücke sollen nun teilweise in einen vereinseigenen Mehrzweckraum transferiert werden.

Erstellt: 11.12.2015, 08:04 Uhr

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