Brian ist «enttäuscht» über sein Urteil

Der einst als Carlos bekannt gewordene Straftäter und sein Verteidiger ziehen das Urteil vom Mittwoch weiter. Der Staatsanwalt hat sich noch nicht festgelegt.

Ist mit der Höhe der Strafe und den angeordneten Massnahmen nicht einverstanden: Brian. Illustration: Linda Graedel/Keystone

Ist mit der Höhe der Strafe und den angeordneten Massnahmen nicht einverstanden: Brian. Illustration: Linda Graedel/Keystone

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Brian, der am Mittwoch unter anderem wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten sowie einer stationären therapeutischen Massnahme verurteilt wurde, ist «enttäuscht» vom Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf. Dies sagte sein Verteidiger Thomas Häusermann, nachdem er mit seinem Mandanten gesprochen hat.

Der einst als Carlos bekannt gewordene 24-Jährige ist wie sein Verteidiger insbesondere mit dem Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung, aber auch mit der Höhe der Strafe und der angeordneten Massnahme nicht einverstanden. Aus diesem Grund soll sich das Obergericht als nächste Instanz mit dem Fall befassen.

Dass die von Staatsanwalt Ulrich Krättli beantragte Verwahrung von Brian durch das Gericht abgelehnt wurde, ist für Häusermann kein Grund, auf die Berufung zu verzichten. Sollte die Staatsanwaltschaft mit dem Urteil zufrieden sein und auf weitere Schritte verzichten, kann Häusermann nicht verlieren. Denn in diesem Fall dürfte das Obergericht kein härteres oder schlechteres Urteil fällen.

Pokerspieler Häusermann

In dieser Prozessstrategie liegt allerdings auch eine Gefahr. Sollte sich die Staatsanwaltschaft der Berufung der Verteidigung anschliessen oder eine eigene Berufung erheben, könnte sie die Frage der Verwahrung erneut aufwerfen und gleichzeitig auch eine höhere Strafe beantragen. Vor Bezirksgericht hatte sie bekanntlich eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren gefordert.

Eine der privaten Leidenschaften von Anwalt Häusermann ist das Pokerspiel. Der Verteidiger glaubt aber nicht, dass er mit der Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil zu hoch pokert. Er gehe davon aus, dass sich die Staatsanwaltschaft seiner Berufung anschliessen werde. Aber ebenso klar ist für ihn: «Die Anordnung einer Verwahrung ist unverhältnismässig.»

Ulrich Krättli hat sich noch nicht festgelegt, aber Berufung angemeldet. Das ist notwendig, um sich überhaupt weiterhin am Verfahren aktiv beteiligen zu können. Es bedeutet aber in keiner Weise, dass das Urteil des Bezirksgerichts vonseiten der Anklage auch tatsächlich angefochten wird. Erst wenn die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt, wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sie beim Obergericht ihre Berufung auch begründet oder sie zurückziehen wird.

Erstellt: 07.11.2019, 17:32 Uhr

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