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Bürgerliche mit blauem Auge davongekommen

Der Zürcher FDP-Kandidat Ruedi Noser holt die Kohlen aus dem Feuer. Das SVP-Experiment mit Hans-Ueli Vogt hingegen ist grandios gescheitert.

MeinungPascal Unternährer
Konnte nicht einmal die gesamte SVP-Wählerschaft hinter sich scharen: Hans-Ueli Vogt.
Konnte nicht einmal die gesamte SVP-Wählerschaft hinter sich scharen: Hans-Ueli Vogt.

Es war kein Glanzstück, das die Zürcher Bürgerlichen im Wahlkampf für den Ständerat abgeliefert haben. Vor allem die SVP hat sich krass verrechnet.

Zwei Beispiele. Erstens: Indem sie ihren Leuten im ersten Wahlgang eingebläut hat, nur Hans-Ueli Vogt auf den Wahlzettel zu schreiben und ja nicht Ruedi Noser, hat die SVP die Zürcher Rechte in die Bredouille gebracht. Der Plan, im zweiten Wahlgang zusammen mit der FDP die beiden Ständeratssitze zu holen, ist nicht aufgegangen. SP-Zugpferd Daniel Jositsch hat einen Sitz schon im ersten Wahlgang gesichert.

Zweites Beispiel: SVP-Präsident Toni Brunner schlägt vor dem zweiten Wahlgang vor, Vogt in Zürich zurückzuziehen, wenn im Aargau FDP-Präsident Philipp Müller zugunsten des SVP-Kandidaten verzichtet. Spätestens da war jedem Zürcher SVP-Wähler klar, dass Vogt ein Not-Kandidat war, den man ziemlich schnell aufzugeben bereit ist.

Das Gute aus bürgerlicher Sicht: Die Bahn für Noser war frei. Er musste nicht mehr gross fürchten, dass Vogt ihm gefährlich wird oder zu viele Stimmen kostet. Sogar der beherzt kämpfende Grüne Bastien Girod hatte kaum mehr Aussichten.

So bleiben nach den Ständeratswahlen drei Gewinner und zwei Verlierer. Die Gewinner:

  • Natürlich die SP mit Daniel Jositsch. Er holt nach über 30 Jahren wieder einen Zürcher SP-Sitz im Stöckli.
  • Die FDP bringt ihren Favoriten Ruedi Noser letztlich klar und ohne Hilfe der SVP ins Ziel. Und dazu Philipp Müller im Aargau.
  • Die Grünen: Ihr Kandidat Bastien Girod hat viel Dynamik in den Wahlkampf gebracht und für die Linke gepunktet. In Zürich hat kaum je ein grüner Kandidat so gut abgeschnitten wie Girod. Indiz: Als es hart auf hart ging, holte er 32'000 Stimmen mehr als der SVP-Kandidat.

Die Verlierer:

  • Die SVP ist mit Hans-Ueli Vogt abgeschifft. Das Experiment mit dem zurückhaltenden und urbanen Intellektuellen ist gescheitert.
  • Zu den Verlierern gehört auch der Grünliberale Martin Bäumle, der im ersten Wahlgang ein enttäuschendes Resultat gemacht und sich folgerichtig zurückgezogen hat.
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