Büsi-Besitzer sollen zahlen

Die Regierung soll eine Steuer auf Katzen erheben: Weil nicht nur Hunde Dreck machen und Katzen Tausende Vögel töten. Eine gute Idee? Machen Sie mit bei unserer Umfrage.

Killerinstinkte besteuern: Eine Katze sucht auf der Friedhofmauer ein warmes Plätzchen zum Schlafen oder auch eine Eidechse zum Töten.

Killerinstinkte besteuern: Eine Katze sucht auf der Friedhofmauer ein warmes Plätzchen zum Schlafen oder auch eine Eidechse zum Töten. Bild: Doris Fanconi

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Es gibt Hundemenschen und Katzenmenschen, so viel steht fest. Und so unüberbrückbar wie die Differenzen dieser beiden Bevölkerungsgruppen, so unverrückbar ist folgender Fakt: Die Katzenmenschen sind in der Überzahl, zumindest hierzulande. 1,4 Millionen Büsi leben in Schweizer Haushalten, aber nur gerade eine halbe Million Hunde. Das hat Christian Aeberli aus Kilchberg auf eine Idee gebracht: Der ehemalige Senior-Researcher beim Thinktank Avenir Suisse und Chef des Aargauer Volkschulamtes fordert den Zürcher Kantonsrat in seiner am 5. Januar eingereichten Einzelinitiative auf, ein Katzengesetz zu erlassen, mit «der Möglichkeit zur Erhebung einer Katzensteuer».

Damit erledige man gleich zwei Fliegen auf einen Schlag, sagt Aeberli: «Wir können den angeschlagenen Finanzhaushalt kurieren und gleichzeitig die grosse Zahl Hauskatzen reduzieren.» Aeberli hält selber keine Haustiere, dafür haben seine Nachbarn Büsi. Die machen ihm nicht nur Freude, sondern ab und zu auch in den Garten. Als Katzenhasser will er sich aber nicht verstanden wissen. Vielmehr leuchtet ihm nicht ein, weshalb die Halter von Katzen, die genauso wie Hunde Schäden in ihrer Umwelt verursachen, im Gegensatz zu Hundehaltern nicht zur Kasse gebeten werden. Zumal Hundehalter angehalten sind, die «Hinterlassenschaften» ihrer Lieblinge in ihrer Umwelt zu entsorgen, Katzenhalter hingegen nicht.

Unterstützung vom Tierschutz

Schützenhilfe erhält Aeberli von Artenschützern: Die Hauskatzen sind diesen schon lange ein Dorn im Auge, weil zu erfolgreich. 70 Prozent der beliebten Haustiere hätten Auslauf ins Freie, schreibt der Zürcher Tierschutz auf seiner Website. «Als geschickte Jäger erbeuten sie dabei eine grosse Anzahl von Wildtieren.» Ob das für die Bestände von Haselmaus, Gartenrotschwanz und Gelbbauchunke wirklich ein Problem ist, will er nicht abschliessend beurteilen. Doch das Fazit der Tierschützer lautet: «Massnahmen zur Senkung des Katzenbestandes sollten bereits heute diskutiert werden.»

Dies auch deshalb, weil ein grosser Teil der Schweizer Katzen im städtischen Raum lebt: In der Stadt Zürich kommen auf einen Quadratkilometer rund 430 Katzen. Und zum Vergleich, gerade einmal 10 bis 15 Füchse. «Die Katze ist somit der häufigste Beutegreifer im Siedlungsraum», schreibt der Zürcher Tierschutz.

Stimmen bei der Behandlung von Aeberlis Initiative im Kantonsrat 60 Mitglieder des Rates vorläufig zu, wird sie dem Regierungsrat zu Bericht und Antrag überwiesen. Traditionell hat diese Form der Initiative allerdings wenig Chancen: 9 von 10 schaffen diese Hürde nicht, weil eine Partei im Hintergrund fehlt, die für die Sache lobbyiert.

Wie halten Sie es mit Hund und Katze? Besteuern oder nicht? Und wer ist die grössere Plage? Machen Sie mit an unserer Umfrage. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.01.2017, 16:42 Uhr

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