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BVK-Prozess: «Ich habe viele Leute enttäuscht»

Der einstige Anlagechef der BVK hat vor den Richtern Reue gezeigt – er hofft auf Vergebung.

Das Zürcher Bezirksgericht hat Daniel Gloor, den einstigen Anlagechef der BVK, der passiven Bestechung, der ungetreuen Amtsführung, der Geldwäscherei und der Verletzung des Amtsgeheimnisses schuldig gesprochen und zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Anklage verlangte vor dem Bezirksgericht sechs Jahre Gefängnis, der Pflichtverteidiger 30 Monate, davon 24 bedingt.
Das Zürcher Bezirksgericht hat Daniel Gloor, den einstigen Anlagechef der BVK, der passiven Bestechung, der ungetreuen Amtsführung, der Geldwäscherei und der Verletzung des Amtsgeheimnisses schuldig gesprochen und zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Anklage verlangte vor dem Bezirksgericht sechs Jahre Gefängnis, der Pflichtverteidiger 30 Monate, davon 24 bedingt.
Boris Müller
Vom Obergericht aus seinem Amt entlassen wurde Gloors Pflichtverteidiger Max Bleuler.
Vom Obergericht aus seinem Amt entlassen wurde Gloors Pflichtverteidiger Max Bleuler.
Boris Müller
Wegen Bestechung und Anstiftung zu ungetreuer Geschäftsführung angeklagt ist Alfred Castelberg, der bereits 5 Monate in Untersuchungshaft sass. Das Gericht brummte ihm eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt auf. Die übrigen 12 Monate soll der Freund des ehemaligen Anlagechefs der BVK in Halbgefangenschaft verbringen.Die Staatsanwälte forderten eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Castelberg wehrt sich gegen sämtliche Vorwürfe.
Wegen Bestechung und Anstiftung zu ungetreuer Geschäftsführung angeklagt ist Alfred Castelberg, der bereits 5 Monate in Untersuchungshaft sass. Das Gericht brummte ihm eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt auf. Die übrigen 12 Monate soll der Freund des ehemaligen Anlagechefs der BVK in Halbgefangenschaft verbringen.Die Staatsanwälte forderten eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Castelberg wehrt sich gegen sämtliche Vorwürfe.
Keystone
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Der ehemalige BVK-Anlagechef Daniel Gloor hat sich am Freitag vor dem Zürcher Obergericht voller Reue über seine Rolle im Korruptionsskandal geäussert. Er habe grosse Fehler begangen, sagte er in seinem Schlusswort. «Ich hoffe, dass alle Betroffenen und die Gesellschaft mir eines Tages, so Gott will, vergeben werden.»

Er habe so viele Jahre bei der BVK verbracht. «Sie war praktisch mein Leben.» Dass er die Leute dann derart enttäuscht habe, tue ihm sehr leid, sagte der 59-Jährige, der während mehreren Jahren ein korruptes System am Laufen hielt.

«Ich verstehe, dass mein Verhalten Wut und Hass hervorgerufen hat.» Er entschuldigte sich in aufrichtigem Ton bei seinen ehemaligen Vorgesetzten und damit auch bei den Zürcher Regierungsräten, die er während Jahren hinters Licht geführt hatte, sowie bei den Angestellten der Pensionskasse BVK. «Ich bedauere mein Verhalten.»

Urteilseröffnung am 27. August

Einsicht zeigte auch Gloors Militärfreund, der dem ehemaligen Anlagechef über 800'000 Franken zusteckte und im Gegenzug lukrative Mandate erhielt. Es tue ihm aufrichtig und von Herzen leid. «Ich bedauere, dass ich Herrn Gloor jemals Geld gegeben habe.»

Keiner Schuld bewusst ist sich hingegen der Investor Rumen Hranov, der sich bei Gloor mit 200'000 Franken Bargeld für eine 40-Millionen-Investition in seine Biotech-Gesellschaft bedankte. «Ich hätte nie gedacht, dass ein solches Dankeschön falsch ist.» Es habe zu keiner Zeit Absprachen zwischen ihm und Gloor gegeben, beteuerte er.

Gloors Freund aus Studientagen, der gegen grosszügige Bezahlung und Ferien-Einladungen ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit der BVK zählen konnte, wollte sich nicht äussern. Er hoffe nur auf ein gerechtes Urteil, sagte er.

Eröffnet wird dies am 27. August

Gloor ist angeklagt, Schmiergelder und Geschenke im Wert von knapp 1,2 Millionen Franken angenommen zu haben. Das Bezirksgericht verurteilte ihn deswegen im November 2012 in erster Instanz zu 6 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe. Gloor fordert nun einen Freispruch oder zumindest eine deutlich mildere Strafe von 3,5 Jahren.

Seine Geschäftsfreunde, die ihn bestochen haben sollen, wurden zu teilbedingten und bedingten Freiheitsstrafen verurteilt. Sie fordern teilweise einen Freispruch und teilweise eine mildere Strafe. Entweder wollen sie nicht bestochen haben oder gaben an, von Gloor quasi dazu genötigt worden zu sein.

Noch vor dem Schlusswort der Angeklagten ergriff der Staatsanwalt das Wort. Er konnte mit diesen Argumenten nicht viel anfangen. «Bei allem Respekt, den Mandanten in ein gutes Licht stellen zu wollen», sagte er an die Anwälte gerichtet. Diese Darstellungen seien verharmlosend und verzerrend. Hier gehe es schliesslich um Korruption, von der die Öffentlichkeit in grossem Masse betroffen sei. Ihre Mandanten seien zweifellos während Jahren Teil des Günstlingssystems von Daniel Gloor gewesen.

Weiterer Prozess im Oktober

Gloors Studienkollegen, ein früherer Kadermitarbeiter der Credit Suisse, wird bei der Urteilseröffnung des Obergerichtes allerdings nicht das letzte Mal vor Gericht stehen: Er muss im Oktober erneut vor Bezirksgericht erscheinen.

Er und vier weitere Angeklagte sind wegen Kursmanipulationen zulasten der BVK und der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich angeklagt. Der Staatsanwalt fordert für ihn als Hauptangeklagten eine Verurteilung wegen gewerbsmässigen Betrugs. Dafür soll der einst beste Freund von Daniel Gloor fünf Jahre hinter Gitter.

SDA/pia

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