Bye-bye Sackbahnhof

Viel Prominenz hat heute die Eröffnung des zweiten Teils der Zürcher Durchmesserlinie gefeiert. Damit können sich nun auch Fernverkehrszüge das Ein- und Ausfädeln am HB sparen.

Sie werden bis zum 13. Dezember noch ausgiebig getestet: Die beiden Viadukte, über die die Fernverkehrszüge aus dem unterirdischen Bahnhof Richtung Altstetten gelangen.

Sie werden bis zum 13. Dezember noch ausgiebig getestet: Die beiden Viadukte, über die die Fernverkehrszüge aus dem unterirdischen Bahnhof Richtung Altstetten gelangen. Bild: Anthony Anex/Keystone

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An der feierlichen Eröffnung der zweiten Etappe der Durchmesserlinie nahmen heute Montag unter anderen die Zürcher FDP-Regierungsrätin Carmen Walker Späh, der Direktor des Bundesamtes für Verkehr, Peter Füglistaler, sowie SBB-CEO Andreas Meyer teil. Den ordentlichen Betrieb wird das Grossprojekt der Bahn erst mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember aufnehmen. Bis dahin unternehmen die SBB noch zahlreiche Testfahrten.

Die Fernverkehrszüge der Ost-West-Achse, die im unterirdischen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse halten, werden neu mit zwei Viadukten über das Gleisfeld vor dem Zürcher Hauptbahnhof geleitet. Damit entfallen die Zickzackfahrten über die dortigen Weichen, und die Züge müssen nicht mehr in den Sackbahnhof ein- und später mit einer Lokomotive am anderen Ende wieder ausfahren.

Über die Notfalltreppe ans Fest

Exakt um 11.22 Uhr legten Walker Späh, Meyer und Füglistaler in Altstetten den grossen Hebel einer fiktiven Weiche um. Oben auf der Letzigrabenbrücke entrollten SBB-Mitarbeiter gleichzeitig ein grosses Plakat mit dem Worten «Achterbahn war gestern – heute fährt man Durchmesserlinie».

Zum Platz der Einweihung waren die Gästen auf ungewöhnlichem Weg gelangt: mit einem Sonderzug, der mitten auf der längsten Eisenbahnbrücke der Schweiz hielt, der neuen Letzigrabenbrücke. Die Gäste – alle in orangen Signaljackets gekleidet – mussten über die Stahltreppe, die für Notfälle installiert worden ist, zum Festort hinuntersteigen.

Als Fan von Brücken outeten sich am Eröffnungsfest der abtretende SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi ebenso wie die wiedergewählte SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Brücken finde sie cool, und Leute, die Brücken bauten, finde sie – im Gegensatz zu Leuten aus der Finanzbranche – sehr cool, sagte Badran.

FDP-Nationalrat und Ständeratskandidat Ruedi Noser freute sich, dass man auf der Panoramafahrt über die beiden neuen Brücken der Durchmesserlinie die Berge seiner Heimat im Glarnerland sehen kann – bei gutem Wetter. Doch für ihn steht das Bauwerk auch für eine Symbolik. Der Zürcher Verkehrsverbund habe die Region Zürich zusammengebracht, sagte er. Er hoffe nun, dass die Durchmesserlinie die Schweiz zusammenbringe.

Kosten von 2 Milliarden

Mit der Eröffnung der zweiten Etappe ist das Riesenbauwerk Durchmesserlinie nun komplett. Bereits im Juni des letzten Jahres ist die erste Etappe mit dem Durchgangsbahnhof Löwenstrasse als Herzstück eröffnet worden. Die Züge, die den Bahnhof Löwenstrasse benutzen, unterqueren in einem 4,5 Kilometer langen Tunnel die Stadt Zürich. Insgesamt misst die Durchmesserlinie 9,6 Kilometer und kostet voraussichtlich 2,068 Milliarden Franken. (hub/zet/sda)

Erstellt: 26.10.2015, 12:01 Uhr

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