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Carlos bleibt im Gefängnis

Der 18-jährige Gewalttäter wollte die aufschiebende Wirkung seiner Inhaftierung vor Bundesgericht erkämpfen. Vergeblich.

Pia Wertheimer
Carlos auf seinem Bett in der betreuten Wohnung in Reinach. (Screenshot SRF)
Carlos auf seinem Bett in der betreuten Wohnung in Reinach. (Screenshot SRF)
Keystone
Das Bundesgericht tritt nicht auf die Beschwerde von Carlos ein. Damit wollte der Jugendliche die aufschiebende Wirkung seiner Inhaftierung erreichen, die ihm das Zürcher Obergericht verweigert hatte.
Das Bundesgericht tritt nicht auf die Beschwerde von Carlos ein. Damit wollte der Jugendliche die aufschiebende Wirkung seiner Inhaftierung erreichen, die ihm das Zürcher Obergericht verweigert hatte.
Laurent Gillieron, Keystone
Carlos (vorne), ein 18-jähriger Gewaltstraftäter seit früher Jugend, wird mit Sondermassnahmen unterstützt, die ihn resozialisieren sollen. Darunter fallen eine 4½-Zimmer-Wohnung und eine Rundumbetreuung durch Sozialarbeiter.
Carlos (vorne), ein 18-jähriger Gewaltstraftäter seit früher Jugend, wird mit Sondermassnahmen unterstützt, die ihn resozialisieren sollen. Darunter fallen eine 4½-Zimmer-Wohnung und eine Rundumbetreuung durch Sozialarbeiter.
Screenshot SRF
Thaibox-Kurse bei Weltmeister Shemsi Beqiri (Bild) gehören ebenfalls zu den Sondermassnahmen. Die Gesamtkosten für das Resozialisierungsprogramm belaufen sich auf 29'000 Franken monatlich.
Thaibox-Kurse bei Weltmeister Shemsi Beqiri (Bild) gehören ebenfalls zu den Sondermassnahmen. Die Gesamtkosten für das Resozialisierungsprogramm belaufen sich auf 29'000 Franken monatlich.
Patrick Straub, Keystone
Der Fall wurde durch ein Filmporträt des Schweizer Fernsehens über Jugendanwalt Hansueli Gürber publik. Dieser hatte die Massnahmen angeordnet.
Der Fall wurde durch ein Filmporträt des Schweizer Fernsehens über Jugendanwalt Hansueli Gürber publik. Dieser hatte die Massnahmen angeordnet.
Sabina Bobst
Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» verteidigte Gürbers Vorgesetzter, Oberjugendanwalt Marcel Riesen-Kupper, die Massnahmen als gerechtfertigt. Zwar zeigt er Verständnis dafür, dass die hohen Kosten für Aufregung sorgen. Ein Platz in einer geschlossenen Einrichtung sei aber ebenfalls teuer. Im St. Galler Jugendgefängnis Platanenhof kostet ein Platz mehr als 24'000 Franken im Monat, im Massnahmenzentrum Uitikon (Bild) bis zu 17'000 Franken für den gleichen Zeitraum.
Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» verteidigte Gürbers Vorgesetzter, Oberjugendanwalt Marcel Riesen-Kupper, die Massnahmen als gerechtfertigt. Zwar zeigt er Verständnis dafür, dass die hohen Kosten für Aufregung sorgen. Ein Platz in einer geschlossenen Einrichtung sei aber ebenfalls teuer. Im St. Galler Jugendgefängnis Platanenhof kostet ein Platz mehr als 24'000 Franken im Monat, im Massnahmenzentrum Uitikon (Bild) bis zu 17'000 Franken für den gleichen Zeitraum.
Stefan Deuber, Keystone
Regierungsrat Martin Graf (Grüne, Bild) untersteht der Fall Carlos.
Regierungsrat Martin Graf (Grüne, Bild) untersteht der Fall Carlos.
Nicola Pitaro
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Der jugendliche Straftäter Carlos wehrt sich bisher vergeblich gegen seine Inhaftierung. Eine entsprechende Beschwerde ist noch beim Zürcher Obergericht hängig. Es wird in den kommenden Tagen darüber befinden. Das Bundesgericht hat sich derweil mit der Frage nach der aufschiebenden Wirkung der Einweisung ins Limmattaler Gefängnis befasst. Angeordnet hatte sie am 30. August der Zürcher Oberjugendanwalt Marcel Riesen. Bis zu seiner Festnahme in Zürich wohnte Carlos zusammen mit einer Betreuerin in einer 4½-Zimmer-Wohnung im Kanton Basel-Landschaft.

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