Fall Carlos: Verteidiger meldet Berufung an

Der Anwalt von Brian alias Carlos will das Urteil von Mittwoch nicht akzeptieren.

Sein Fall geht an die nächste Instanz: Brian alias Carlos. Illustration: Linda Graedel/Keystone

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Der Anwalt des Zürcher Gewalttäters Brian alias Carlos will das Urteil vom Mittwoch nicht akzeptieren. «Wir werden in Berufung gehen», sagte er gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung».

Er sei nicht einverstanden mit den Schuldsprüchen, sagte der Anwalt zur «NZZ». Zudem hält er eine stationäre Therapie angesichts der Vorgeschichte von Brian für keine zielführende Option. Im Prozess hatte er lediglich eine «angemessene» Freiheitsstrafe gefordert, die sein Mandant mittlerweile ohnehin abgesessen habe.

Das Bezirksgericht hatte den jungen Gewalttäter zu einer stationären, therapeutischen Massnahme verurteilt, auch «kleine Verwahrung» genannt. Dabei wird alle fünf Jahre überprüft, ob die Therapie anschlägt oder ob weitere fünf Jahre notwendig sind. Brian soll gemäss Bezirksgericht also in eine Therapie, obwohl er sich in der Vergangenheit immer geweigert hatte, eine solche zu absolvieren. Gemäss Gutachten gibt es aber eine «kleine Wahrscheinlichkeit», dass eine Therapie trotzdem anschlagen könnte.

Neues Strafverfahren eröffnet

Diese Chance soll Brian jetzt nutzen – sonst kommt er wohl nie mehr in Freiheit. Brian war angeklagt, weil er zahlreiche Polizisten, Mithäftlinge und Gefängnisangestellte angegriffen hatte.

Neben dem Berufungsprozess am Obergericht wird sich Brian auch noch einem neuen Strafverfahren stellen müssen: Noch während der aktuelle Gerichtsfall in Arbeit war, randalierte er hinter Gittern nämlich weiter. Der Staatsanwalt eröffnete deshalb bereits ein neues Verfahren. (sda)

Erstellt: 07.11.2019, 10:15 Uhr

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