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Chemieunfall in Zürcher Rebbergen?

Mehrere Winzer drohen wegen missgebildeter Trauben ihre gesamte Ernte zu verlieren. Die Spur führt zu einem deutschen Chemiekonzern.

In den betroffenen Rebbergen hängen statt solcher Beeren nur verkümmerte Ansätze von Trauben: Gesunde Pflanze eines Zürcher Weibauernbetriebs. Bild: Giorgia Müller
In den betroffenen Rebbergen hängen statt solcher Beeren nur verkümmerte Ansätze von Trauben: Gesunde Pflanze eines Zürcher Weibauernbetriebs. Bild: Giorgia Müller

In diesem Sommer müssen sich manche Zürcher Weinbauern auf das Schlimmste einstellen. «Es wird zu Totalausfällen kommen», sagt Robin Haug, Geschäftsführer des Branchenverbandes Deutschschweizer Wein, gegenüber dem «Landboten». Mehrere Dutzend Winzer haben seltsame Missbildungen an den Blättern und Beeren gemeldet. Laut Haug dürften einige von ihnen 10 bis 100 Prozent der Ernte verlieren.

Der Zürcher Rebbaukommissär Andreas Wirth bestätigt der Zeitung, dass die Schäden existenzbedrohend sein könnten. Klarheit über das Ausmass werde man aber erst in drei bis vier Wochen haben. Anfang Juli gingen bei ihm Meldungen von 30 betroffenen Winzern ein.

Ein Spritzmittel steht unter Verdacht

Wahrscheinliche Ursache des Problems ist laut dem Bericht ein neues Spritzmittel des Chemiekonzerns Bayer. Dieser hat seinen Schweizer Kunden Anfang Juli empfohlen, das im letzten Jahr eingeführte Pilzschutzprodukt «Moon Privilege» zur Sicherheit vorerst nicht mehr anzuwenden – es steht im Verdacht, die Blätter verkümmern zu lassen und zu verhindern, dass die Trauben sich entwickeln.

Eine Sprecherin von Bayer weist allerdings darauf hin, dass viele Winzer das Mittel im letzten Jahr angewendet haben, ohne dass es zu Problemen gekommen wäre. Noch sei also nicht klar, wer Schuld an den Missbildungen hat. «Wir stehen im Moment noch vor einem Rätsel.» Der mögliche Zusammenhang mit dem Spritzmittel werde jetzt von Fachleuten untersucht.

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