Das Geschäft mit den Zürcher Nummern floriert

Autofans mit dem nötigen Kleingeld können dreistellige Autonummern ersteigern. Sehr viel brachte 2019 aber auch eine vierstellige Schnapszahl ein.

Ranglistennummer 3 des Jahres 2019: <nobr>«ZH 505»</nobr> ist die tiefste je freigegebene Autonummer des Kantons. Aber <nobr>«ZH 969»</nobr> und <nobr>«ZH 8888»</nobr> brachten mehr ein.

Ranglistennummer 3 des Jahres 2019: «ZH 505» ist die tiefste je freigegebene Autonummer des Kantons. Aber «ZH 969» und «ZH 8888» brachten mehr ein. Bild: PD

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28'400 Franken: So viel hat der Auktionsteilnehmer mit Pseudonym «Bilbao» gestern Mittwochabend für die Nummer «ZH 713» hingeblättert. Das ist der bisherige Rekord des Jahres 2020. Für immerhin 15'200 Franken ging gleichzeitig das vergleichsweise unspektakuläre Autoschild mit der Nummer «ZH 5996» weg.

Die Online-Versteigerungen von Zürcher Kontrollschildern lassen die Kassen des Kantons klingeln. Im vergangenen Jahr hat das Zürcher Strassenverkehrsamt mit seinen Auktionen 3,6 Millionen Franken eingenommen. «Es freut uns, dass wir mit der Auktion einen Beitrag leisten können zugunsten der allgemeinen Staatskasse des Kantons», sagt Sprecher Severin Toberer.

Der Betrag ist leicht tiefer als im bisherigen Rekordjahr 2018, als 3,7 Millionen flossen. Aber er ist deutlich höher als in den Vorjahren, als die Nummernauktionen im Durchschnitt 2,5 Millionen brachten.

Mehr als 1 Million Zusatzeinnahmen

Die Zunahme ist auf einen Entscheid von Anfang 2018 zurückzuführen. Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) gab erstmals die dreistelligen Nummern frei, welche bis anhin Autogaragen vorbehalten waren. Jahrelang hatte sich der Zürcher Regierungsrat gesträubt, die Nummern unter «ZH 1000» in die Auktionen zu geben. Er befürchtete, dass die vier- und fünfstelligen Nummern an Attraktivität verlieren, wenn dreistellige auf den Markt kommen.

Das scheint nun nicht der Fall zu sein. Und der Kanton nimmt seither über eine Million im Jahr zusätzlich ein. «Die Einnahmen aus der Auktion der dreistelligen Kontrollschilder haben sich in den letzten zwei Jahren eingependelt», sagt Toberer. 2018 wurden 22 dreistellige Nummern versteigert, 2019 21 Auto- und 17 Motorradnummern.

Dass die Summe 2019 leicht abgenommen hat, ist wohl auf ein Einzelereignis zurückzuführen. Im März 2018 regte die erste Versteigerung einer dreistelligen Nummer die Fantasie der Zürcher Autofans an. Ein Mann oder eine Frau mit dem Pseudonym «beluqi» zahlte unglaubliche 152'400 Franken für die Nummer «ZH 987». Das ist landesweit die dritthöchste Summe. Die Walliser Nummer «VS 1» ging für 160'100 Franken weg, für «ZG 10» griff ein Zuger (oder eine Zugerin) gar noch tiefer in die Tasche: 233'000 Franken mussten sich darin befinden.

«ZH 969» war 2019 die teuerste Nummer

Die vormalige Zürcher Bestmarke – für «ZH 1000» – war über 20 Jahre alt und betrug 131'000 Franken. Solche Zahlen wurden letztes Jahr nicht mehr erreicht. Dennoch erzielten viele Schilder erkleckliche Summen, wobei eine vierstellige Nummer heraussticht. Das ist die Hitparade 2019:

  • 1. ZH 969: 57'600 Franken
  • 2. ZH 8888: 55'000 Franken
  • 3. ZH 505: 52'800 Franken
  • 4. ZH 910: 45'200 Franken
  • 5. ZH 722 und ZH 848: je 40'400 Franken

«ZH 505» ist bis anhin die tiefste Nummer. Welche als nächstes einen Hype auslösen könnte, will Strassenverkehrsamtssprecher Toberer nicht verraten. Nur so viel: Zweistellige Nummern werden nicht versteigert – «zurzeit».

Erstellt: 09.01.2020, 08:52 Uhr

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