«Das grösste Problem war der Sauerstoffmangel»

Im Tunnel zwischen Zürich und Thalwil blieb heute ein Zug stehen. Passagierin A.M.F. erzählt, was in den zwei Stunden abgelaufen ist, bis sie aus dem Tunnel war.

«Es hatte Personal, aber dieses informierte nicht»: Eine Augenzeugin berichtet.
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Sie waren im Zug, der heute Morgen zwischen Zürich und Thalwil im Tunnel steckenblieb. Was ist geschehen?
Um etwa 8.15 Uhr blieb der Zug unvermittelt stehen. Es kam eine Durchsage, dass die Lokomotive brennt, wir sollten aber ruhig bleiben.

Und bleiben die Passagiere ruhig?
Ja, es brach keine Panik aus. Zehn Minuten später meldete sich die Zentrale und teilte mit, dass es sich nicht um einen Brand handle. Aber die Lokomotive sei defekt. Alle zehn Minuten kam eine Durchsage im Trudi-Gerster-Stil, die uns beruhigen sollte.

Wann kam die Aufforderung, den Zug zu verlassen?
Nach etwa einer Stunde. Aber die Leute standen im stockdunklen Tunnel nur, es ging nicht vorwärts. Also beschlossen ein paar, wieder in den Zug zu steigen. Darin war es ebenfalls dunkel.

Blieben die Leute immer noch ruhig?
Irgendwann machte sich schon Nervosität breit. Wir stiegen wieder aus, als es in der Schlange vorwärtsging.

Was war das grösste Problem?
Der Sauerstoffmangel und die Hitze. Wir zogen immer mehr Kleidungsstücke aus und scherzten schon, dass wir in Unterhosen aus dem Tunnel kommen.

Alle tappten im Dunklen?
Ja, irgendwann stand im Tunnel unverhofft ein Not-Zug vor uns. Da ich eine der Letzten war, die zustieg, hatte ich keinen Platz mehr.

Fühlten Sie sich gut informiert?
Ehrlich gesagt nicht. Es hatte Personal, aber dieses informierte nicht. Im Zug waren etliche Asiaten auf dem Weg nach Luzern. Diese waren völlig überfordert und hatten keine Ahnung, was läuft. Keine einzige Durchsage kam auf Englisch.

Wie geht es Ihnen jetzt?
Ich bin froh, ist alles vorbei – und total erschöpft. Das Ganze hat immerhin zwei Stunden gedauert. Den Anschlusszug nach Luzern habe ich nicht genommen, ich mochte im Moment nicht mehr in einen Zug steigen.

Erstellt: 24.11.2016, 10:53 Uhr

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