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Das herzliche Brooklyn von Zürich

Winterthur verpasst sich ein neues Logo. Die Stadt will mit einem Herz überraschen und zieht den Vergleich zu Amerika.

Das neue Logo von Winterthur soll die persönliche Note der Stadt symbolisieren.
Das neue Logo von Winterthur soll die persönliche Note der Stadt symbolisieren.
PD

Mit einem neuen Markenauftritt will sich die Stadt besser verkaufen und die «Marke Winterthur» stärken. Zentrales Element dabei: ein neues Logo. Ein rotes Herz schmückt den Anfangsbuchstaben im Schriftzug «Winterthur Switzerland».

«Stadt und Region sind der überraschendste und selbstbewusste Teil Zürichs, Winterthur ist hier, was Brooklyn in New York ist», heisst es ganz unbescheiden im Markenauftritt, der gestern vorgestellt wurde. Dieser soll Winterthurer Grundwerte wie «Inspiration, Pioniergeist, Weltoffenheit und persönliche Note» stärker zum Ausdruck bringen, wie das House of Winterthur mitteilte.

Satte Anschubfinanzierung

Die von den Stimmberechtigten 2017 bewilligte Standortmarketing-Organisation hat den Markenauftritt entworfen. Der Stadtrat zahlt dem House of Winterthur jährlich 960 000 Franken und erhofft sich davon einen Entwicklungsschub. Die Neuentwicklung der «Marke Winterthur» habe das House «vollständig durch eigene Mittel finanziert», heisst es in der Mitteilung. Für die Lancierung der jetzigen Kampagne hat der Stadtrat dennoch nochmals 90 000 Franken beigesteuert.

Für Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) trifft der neue Werbeauftritt «den Nagel auf den Kopf». Auch die Stadtverwaltung übernehme künftig dieses Logo. Dass es polarisieren könnte, nimmt er gelassen: «Gut, wenn es eine Diskussion gibt.»

«Herzig», «Beliebig»

Bei Marketingfachleuten kommt das neue Winti-Logo unterschiedlich an. Werbe-Altmeister Hermann Strittmatter hält es für «lieb und herzig, aber auch beliebig».

Es sei «nicht falsch, aber auch nicht gerade aufregend» und verströme «irgendwie etwas Provinzielles». Viel stärker als ein neues Logo falle ins Gewicht, dass der Versicherungskonzern Axa den Namen Winterthur fallen gelassen habe.

Marketingexperte Felix Murbach vermisst beim Logo eine gewisse Klarheit und Stringenz, die wirklich überzeugende Marken auszeichne. «Das rote Herz könnte auch für ein Hilfswerk oder eine Apotheke stehen.»

Alexander Haldemann, CEO der Zürcher Markenagentur Meta Design, findet, es sei mit den Logos «so eine Sache». Heisst: «Sie zeigen ihre wirkliche Kraft erst im Verlauf der Zeit.»

In Winterthur habe man etwas Emotionales und Überraschendes schaffen wollen. Für gelungen hält er die gemeinsame Standortmarke, die Wirtschaft, Kultur und Tourismus vereint. Hier sei Winterthur vielen Städten einen Schritt voraus.

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