«Das ist doch ... Ueli Maurer?»

Was wissen die Passanten über die Zürcher Kandidierenden für den Ständerat? Wir haben nachgefragt – und erstaunliche Antworten erhalten.

Wer nicht weiss, wie die Kandidaten heissen, beweist stattdessen viel Fantasie. Video: Lea Blum und Valentina Winkler

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«Keine Zeit!», sagen die meisten Angefragten, wenn man sie am Zürcher Bellevue um ein paar Antworten für eine Umfrage bittet. Gezeigt werden ihnen Fotos der sieben Zürcher Kandidierenden für den Ständerat. Raphael Kronenberg hingegen hat Zeit. Der 21-jährige Telecommitarbeiter bleibt stehen und sieht sich den ersten der sieben Kandidaten an. Es ist Daniel Jositsch (SP). «Ja, den kenne ich. Das ist doch Ueli Maurer. Oder?»

Falsch. Er lacht, als wir ihm den richtigen Namen mitteilen, und gibt zu, dass er nicht viel über Politiker weiss. Damit bleibt er nicht der Einzige. Auch Filmemacher Philipp Ramspeck (42) erkennt Jositsch nicht. «Der könnte von der SVP sein. Sieht ein bisschen so aus.» Für den Zürcher Filmemacher sind alle Politiker ähnlich. Gewählt hat er noch nicht.

«Eine brillante Rednerin»

Andreas Eugster (57) ist Last-Minute-Wähler. Der Apotheker aus Urdorf erkennt Daniel Jositsch, Roger Köppel (SVP) und Ruedi Noser (FDP) auf Anhieb und weiss auch über deren Parteizugehörigkeit Bescheid. Bei den Kandidatinnen Tiana Moser (GLP), Marionna Schlatter (Grüne) und Nicole Barandun (CVP) sowie bei Nik Gugger (EVP) muss er hingegen passen. Beim Anblick von Schlatter sagt er, leicht verunsichert: «Ist das ein schlechtes Foto oder ist es Jacqueline Badran?»

Ähnlich ergeht es auch Evdokia Nazikidis (43) aus Zürich: «Die kenne ich nicht», sagt die ETH-Projektleiterin zum Bild von Barandun. «Sie könnte eine Anwältin oder eine Bankerin sein.» Tatsächlich ist die CVP-Kandidatin Rechtsanwältin.

Köppel als «zurückhaltender Mensch»

Die pensionierte Ruth Keller (82) aus Zürich weiss hingegen Bescheid: «Das ist Roger Köppel. Sooo ein Schnurri und unsympathisch», findet sie, «aber sehr intelligent.» Noch intelligenter sei aber Tiana Moser. «Eine brillante Rednerin.»

Patrizia Huddlestone (52) aus Volketswil kennt keinen der Ständeratskandidaten mit Namen und hat auch nicht gewählt: «Das überlasse ich lieber meinem Mann», sagt die kaufmännische Angestellte. Als sie das Foto von Köppel sieht, meint sie: «Ich habe das Gefühl, das ist ein zurückhaltender Mensch.»

«Ich bin eher so der ‹Catchy-Slogan-Typ›»

Nicole Müller (23) aus Winterthur kann ebenfalls keine Namen nennen. Sie orientiert sich an Plakaten: «Ich bin eher so der ‹Catchy-Slogan-Typ›». Die Germanistikstudentin hat vor Wochen gewählt. Sie habe aber gehadert: «Ich mache nicht bei jeder Person einen Backgroundcheck.» Sie habe sich aber in ihrem Umfeld informiert. «Bei Leuten, die sich auskennen.»

Erstellt: 16.10.2019, 11:51 Uhr

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