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Das lange Warten der Skater hat ein Ende

Auf der Allmend Brunau können die Bagger auffahren. Der Skatepark geht 2012 in Betrieb. Neue Rekurse gegen das einst heftig umstrittene Bauvorhaben sind ausgeblieben.

Gross und hell: So wird die Anlage auf der Allmend Brunau aussehen, auf der sich die Freestyler austoben können.
Gross und hell: So wird die Anlage auf der Allmend Brunau aussehen, auf der sich die Freestyler austoben können.
Nick Zimmermann (Visualisierung)

Happy End nach einer schier endlosen Wartezeit: Die letzte grosse Hürde ist übersprungen. Skateboarder, Inlineskater und BMX-Fahrer können sich bald auf der Allmend Brunau austoben. Dem schon seit sechs Jahren geplanten Freestyle-Park kann jetzt nichts mehr in die Quere kommen.

Diesen Sommer reichte Grün Stadt Zürich das Baugesuch für das gegenüber früheren Plänen zurückgestutzte Projekt ein. Mittlerweile ist die Einsprachefrist abgelaufen. «Niemand hat den Bauentscheid verlangt, jetzt sind Rekurse nicht mehr möglich», sagt Reto Sigel, Leiter Projektierung und Bau im Departement von Tiefbauvorsteherin Ruth Genner (Grüne). «Das haben wir nicht erwartet, wir sind freudig überrascht, wir haben mit Einsprachen gerechnet.» Das Ziel sei nun klar: Jetzt setze die Stadt alles daran, die Anlage auf dem schnellsten Weg zu verwirklichen.

Der Eintritt ist gratis

Das Projekt liegt derzeit bei der Bausektion des Stadtrats. Das Trio André Odermatt (SP), Ruth Genner (Grüne), und Andres Türler (FDP) befindet darüber im November. Die Bewilligung ist reine Formsache. Die Anlage kostet 4,5 Millionen Franken. Das Geld hatte das Stadtparlament bereits im November 2004 gesprochen. An diesem Betrag wird nicht gerüttelt.

Schon Anfang Oktober startet der Projektausschuss mit den Vorbereitungen. Der Spatenstich dürfte voraussichtlich im kommenden Sommer gesetzt werden. Ab 2012 steht dann der Freiluft-Park Jung und Alt offen; der Eintritt ist frei. Die betonierte Fläche mit Rampen, Treppen, Mauern und dreidimensional ausgebildeten Betonwannen umfasst 8000 Quadratmeter – ursprünglich waren es deren 10 000.

Gut erreichbare Anlage

Das Areal liegt am äussersten Rande der grünen Lunge von Zürich-Süd, an der Grenze zur stark befahrenen Allmendstrasse, wo einst die Hammerwerfer trainierten. Das Zentrum der Anlage bildet ein Pavillon mit Toiletten, Garderoben und Lagerflächen. Auf einen Verpflegungsstand wird verzichtet. Ein Zaun umschliesst den Park. Die Eingangstore werden um 8 Uhr geöffnet. Vom Frühling bis zum Herbst darf die Anlage bis 21 Uhr in Betrieb sein. Dann wird sie geschlossen, damit nachts in der Umgebung Ruhe herrscht. Über eine Beleuchtung verfügt der Park nicht. Sind im Winter die Bahnen vereist, müssen die Freestyler draussen bleiben. Die heiklen Betonelemente dürfen von Eis und Schnee nicht befreit werden, Salz würde ihnen zusetzen.

Skaterinnen und Skater erreichen den Park bestens mit öffentlichen Verkehrsmitteln: mit dem 13er-Tram oder der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU). Die Personenunterführung bei der Haltestelle Saalsporthalle gewährleistet den direkten Zugang vom Einkaufszentrum Sihlcity her. Wenn 2012 der Freestylepark auf der Allmend gebaut sein wird, sind acht Jahre seit den ersten Projektierungsarbeiten vergangen.

Zonenplan wurde geändert

Nachdem im Herbst 2004 das Stadtparlament die besagten 4,5 Millionen Franken genehmigt hatte, begann eine langwierige Geschichte, die von ständigen Rückschlägen geprägt war. Der Skatepark auf der Allmend sei viel zu gross, kritisierten Anwohner immer wieder, sie hatten Angst vor Rambazamba, befürchteten bis in die Nacht hinein mehr Lärm und mehr Verkehr – und erhoben Einsprachen. Darum zog der Stadtrat von sich aus im März 2006 sein erstes Baugesuch zurück. Ihm erschien das Prozessrisiko zu hoch.

Er war unsicher, ob das Vorhaben in einer Freihaltezone realisierbar sei. Damit nicht Gerichte darüber entscheiden mussten, schlug der Stadtrat eine Änderung des Zonenplans vor. Diese Änderung – von der Freihaltezone in ein Erholungsgebiet für Sportanlagen – ist erst seit April 2009 rechtskräftig, sie war lange durch Rekurse blockiert.

Das Volk sagte Ja

Ein weiteres Hindernis stand hernach dem Bau der Anlage wegen einer Volksinitiative vorübergehend im Weg. Unter dem Titel «Für eine freie Allmend» wehrte sich die inzwischen aufgelöste Partei für Zürich (PfZ) gegen jegliche Überbauung im Naherholungsraum am Fusse des Uetlibergs.

Und damit gegen das neue Sportangebot für Jugendliche unmittelbar neben Fussballplätzen und Saalsporthalle. Die Zürcherinnen und Zürcher erteilten aber Mitte Juni 2010 der Initiative eine zünftige Abfuhr. 70 Prozent der Stimmenden sagten Nein – und damit klar Ja zur Skateanlage.

Idee wurde 2001 lanciert

Anstoss zum Trend-Sportangebot hatte der Verein Freestylepark gegeben, als er dem Sportamt der Stadt Zürich 3500 Unterschriften einreichte und eine Freiluftanlage in Zürich forderte. Das ist lange her, das war im Sommer 2001. Fast elf Jahre später wird der Wunsch des Vereins Wirklichkeit.

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