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Das Problem der SVP mit ihrer Rentnertruppe

In der Frage, wer auf Hans Kaufmann in den Nationalrat folgen soll, wirkt die Zürcher SVP-Führung seltsam unentschlossen. Parteipräsident Alfred Heer sollte seinen Sesselklebern in Bern endlich den Tarif durchgeben.

Trat aus Ärger über den Bundesrat zurück: SVP-Finanzexperte Hans Kaufmann im Nationalratssaal, im Hintergrund SP-Kontrahentin Susanne Leutenegger Oberholzer. (Februar 2012)
Trat aus Ärger über den Bundesrat zurück: SVP-Finanzexperte Hans Kaufmann im Nationalratssaal, im Hintergrund SP-Kontrahentin Susanne Leutenegger Oberholzer. (Februar 2012)
Keystone
Wartet auf den Entscheid von Hans Schibli: Nationalrat Alfred Heer, Parteipräsident der SVP Zürich.
Wartet auf den Entscheid von Hans Schibli: Nationalrat Alfred Heer, Parteipräsident der SVP Zürich.
Keystone
Wurde 2011 aus dem Nationalrat abgewählt: SVP-Nationalrat Ernst Schibli mit dem Parteimaskottchen Zottel in Otelfingen. (Oktober 2011)
Wurde 2011 aus dem Nationalrat abgewählt: SVP-Nationalrat Ernst Schibli mit dem Parteimaskottchen Zottel in Otelfingen. (Oktober 2011)
Keystone
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Hans Kaufmann ist der Jüngste der Zürcher SVP-Rentner im Nationalrat. Mit seinem vorzeitigen Rücktritt hat er einen klugen Entscheid gefällt. Unnötig war bloss die Begründung. Statt den Bundesrat und seine «Hinterleute» vorzuschieben, hätte er auch sagen können: «Ich mag nicht mehr, jetzt sollen es die Jungen reissen!»

Dem Bundesrat an den Karren zu fahren, tönt zwar kämpferisch. Viel wichtiger für die SVP jedoch wäre ein Weckruf an die völlig überalterte Delegation. Hans Fehr, Max Binder und Toni Bortoluzzi werden im Wahljahr 2015 alle 68-jährig, Christoph Blocher gar 75. Und von keinem ist auch nur die leiseste Rücktrittsabsicht zu spüren. Im Gegenteil: Fehr und Blocher wollen sogar nochmals antreten – es sei denn, Blocher werde von seiner Tochter Magdalena Martullo abgelöst.

Ob Gemüsebauer Ernst Schibli dem Banker und Multimillionär Thomas Matter Platz macht, ist letztlich nicht entscheidend. Dass der treue Parteisoldat Schibli noch ein bisschen bockt, ist verständlich. Viel wichtiger ist, dass Parteipräsident Alfred Heer seinen Sesselklebern endlich den Tarif durchgibt. Auf Scharfmacher Hans Fehr werden viele Wähler nach seiner Putzfrauenaffäre nicht mehr scharf sein – wenn er bei der Nominierung die 2-Drittel-Hürde überhaupt schafft. Und wie Christoph Blocher hat auch Christoph Mörgeli nach seinem endlosen Unihickhack seinen Zenit überschritten.

Doch die Zürcher SVP-Führung wirkt seltsam unentschlossen, trotz Niederlagen bei den letzten Wahlen. Parteipräsident Heer hat schon mehrfach durchblicken lassen, dass er die dringend notwendige Verjüngung anpacken will. Offensichtlich kann er sich bei der alten Garde aber nicht durchsetzen. Das hängt damit zusammen, dass er und die ganze Partei immer noch von Blochers Einfluss und Finanzen abhängig sind.

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