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«Das reicht mir nicht»

Obwohl die Kosten im Gesundheitswesen praktisch nicht gewachsen sind, steigen die Prämien in Zürich. Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger kann das nicht nachvollziehen. Er hat einen bösen Verdacht.

Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger ärgert sich über die hohen Prämien, die im Kanton Zürich 2014 fällig werden. Im Bild an der Schweizer Konferenz der Gesundheitsdirektoren.
Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger ärgert sich über die hohen Prämien, die im Kanton Zürich 2014 fällig werden. Im Bild an der Schweizer Konferenz der Gesundheitsdirektoren.
Lukas Lehmann, Keystone

Im Kanton Zürich steigen die Prämien im Durchschnitt um 4,5 Prozent. Sie sind verärgert. Warum?

Weil einmal mehr die Prämienentwicklung nicht der Kostenentwicklung folgt. Die Kosten haben sich im Kanton Zürich erfreulich entwickelt in den vergangenen Jahren. Die Prämien tun es wieder nicht. Wir legen grossen Wert auf ein effizientes Gesundheitswesen und haben im Kanton 2014 praktisch ein Nullwachstum, was sehr erfreulich ist.

Mit 1,5 und 2,2 Prozent sind die Prämien in den Vorjahren unterdurchschnittlich gestiegen. Zahlen wir nun mit dieser Prämienexplosion dafür?

Nein, die Reserven der Versicherer sind ja gewachsen und werden nun zurückbezahlt. Es gibt deshalb keinen Grund, mit zu hohen Prämien überschüssige Reserven anzuhäufen.

Warum genehmigt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die höheren Prämien trotzdem?

Weil es uns Kantone im Vorfeld zwar anhört, uns aber nicht erhört. Ich habe den Verdacht, dass die Versicherer bei grossen Kantonen wie Basel, Waadt, Bern oder Zürich die Prämien bewusst hoch ansetzen, um Ende Jahr auf der sicheren Seite zu sein. Wir dürfen aber stolz sein, unter den Universitätskantonen die tiefsten Prämien zu haben.

Auch liegt die Prämienbelastung für einen Erwachsenen mit rund 411 Franken pro Monat weiterhin leicht unter dem Schweizer Durchschnitt.

Das ist erfreulich, ja. Und unter den urbanen Kantonen sind wir ebenfalls der mit den tiefsten Prämien. Doch das reicht mir nicht.

Was kann der Kanton Zürich dagegen tun?

Für 2016 und 2017 wird mit dem neuen Krankenversicherungsgesetz der Kostenteiler zwischen Versicherern und Kanton angepasst, was eine Entlastung im Umfang etwa eines Prozents gibt. Allerdings auf Kosten der Steuerzahler. Und dann schafft das neue Gesetz zur Aufsicht über die Krankenkassen (KVAG) die Möglichkeit, die Prämien in Zukunft auch nach unten zu korrigieren, etwa wenn im Vorjahr zu hohe Prämien angehäuft wurden.

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