Das Schweigen des mächtigsten SVP-Flügels

Das gibt es selten: In Bern rumort es, und die Zürcher SVP ist leise. Kantonalpräsident Heer sagt, weshalb man sich bei der Kandidatensuche für den Bundesrat zurückhält.

Schaut gelassen dem Entscheid der Partei entgegen: Zürichs SVP-Kantonalpräsident Alfred Heer.

Schaut gelassen dem Entscheid der Partei entgegen: Zürichs SVP-Kantonalpräsident Alfred Heer. Bild: Keystone

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Obwohl die Zürcher SVP innerhalb der Partei den grössten Einfluss hat, ist sie beim wild drehenden Kandidatenkarussell für den Bundesrat sehr ruhig. Während zahlreiche Parteiexponenten lauthals Namen rufen, ist vom Zürcher Flügel nichts zu hören. Es gab da zwar die Lancierung von Toni Brunner in der «Weltwoche», doch dieser winkte postwendend ab. Ansonsten: nichts zu vernehmen aus dem mächtigsten SVP-Gebiet. Dabei spielt die Zürcher Gruppe im Nationalrat mit 12 Vertretern in der 70 Sitze starken SVP-Fraktion eine entscheidende Rolle.

Wie Alfred Heer, Präsident der Zürcher Kantonalpartei, auf Anfrage sagte, sitze aus Zürich niemand in der Findungskommission für den zweiten SVP-Bundesrat. Nun schaue man erst mal, wer kandidiere. Empfehlungen oder einen Wunschkandidaten aus Zürich gebe es nicht, so Heer. Mit Ueli Maurer ist Zürich bereits in der Landesregierung vertreten.

Am 20. November wird entschieden

Nachdem die Zürcher SVP mit Rita Fuhrer auch schon mal eine Regierungsrätin kandidieren liess, stellt sich dennoch die Frage, ob nun Regierungsrat Ernst Stocker ein valabler Mann für den Bundesrat wäre. «Wir können nicht einen zweiten Bundesrat aus Zürich bringen», sagt Heer. Das wäre ein übertriebener Machtanspruch, den auch innerhalb der Partei niemand verstehen würde.

Die Zürcher SVP sei laut Heer frei darin zu wählen, wen sie wolle. Dass man nicht in der Findungskommission sitze, spiele keine Rolle. Die Wahl des Bundesrates findet am 9. Dezember statt. Die SVP hat folgenden Fahrplan kommuniziert: Bis zum 13. November können die Kantonalparteien ihre definitiven Nominationen der internen Findungskommission mitteilen. Am 16. November findet eine ausserordentliche Fraktionsvorstandssitzung statt, an der Kandidaturen und die Empfehlungen der Findungskommission unter die Lupe genommen werden. Schliesslich entscheidet die Fraktion am 20. November, welchen Kandidaten sie neben Ueli Maurer im Bundesrat haben will.

Erstellt: 04.11.2015, 11:27 Uhr

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